Unfallrisiko E-Scooter: Berlin kämpft mit steigenden Zahlen

Berlin - Schon wieder ein schwerer Unfall mit einem E-Scooter in der Hauptstadt: In Berlin-Mitte wurde am Samstagnachmittag eine 59-Jährige bei einem Zusammenstoß mit einem Auto schwer verletzt.

In Berlin werden immer mehr Unfälle mit Elektrokleinstfahrzeugen wie E-Scootern registriert. (Symbolfoto)  © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Die Frau war auf der Schützenstraße unterwegs, als sie an der Kreuzung zur Charlottenstraße offenbar ein Auto übersah. Es kam zum Crash. Die 59-Jährige stürzte, verlor das Bewusstsein und musste mit Verdacht auf ein Schädel-Hirn-Trauma ins Krankenhaus gebracht werden.

Der Fall reiht sich in eine Serie schwerer Unfälle ein. Laut Polizei gab es allein im vergangenen Jahr 1085 E-Scooter-Unfälle in Berlin. Rund 700 Menschen wurden verletzt, drei starben.

Erst vor wenigen Tagen verunglückten zwei 13-Jährige schwer, im April kam eine 14-Jährige bei einem Zusammenstoß mit einem Auto ums Leben.

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Viele Unfallopfer unter 25: Polizei und Senat wollen gegensteuern

Viele Blumen sind am Ort des E-Scooter-Unfalls in Neukölln niedergelegt. Eine 14 Jahre alte Fahrerin ist nach dem Zusammenstoß mit einem Auto gestorben. Ihre gleichaltrige Beifahrerin hat schwere Kopfverletzungen erlitten.  © Jens Kalaene/dpa

Eine Polizeisprecherin teilte gegenüber TAG24 mit, dass die Nutzung von E-Scootern vor allem bei unter 25-Jährigen deutlich zunimmt. Deshalb setze man verstärkt auf Aufklärung an Schulen.

Darüber hinaus will die Polizei mit mehr Präsenz im Straßenverkehr, etwa durch Fahrradstaffeln, reagieren.

Als häufigste Unfallursachen nennt die Polizei Alkoholeinfluss, missachtete Ampeln, Unerfahrenheit sowie Hindernisse im Straßenverkehr. Auch zu schnelles Fahren oder die Nutzung zu zweit erhöhen das Risiko.

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Auf Anfrage erklärte die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, dass zwischen privaten und gemieteten E-Scootern unterschieden werden müsse.

Während das Land Berlin auf privat genutzte Fahrzeuge kaum Einfluss habe, könnten Sharing-Anbieter über Genehmigungen reguliert werden. So gilt etwa: Privat dürfen E-Scooter bereits ab 14 Jahren genutzt werden, bei Mietangeboten liegt die Altersgrenze bei 18 Jahren.

Zudem verweisen Experten darauf, dass die Verletzungen denen von Fahrradfahrern ähneln – ein Helm könne also auch beim E-Scooter sinnvoll sein.

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