Vietnamesische Nagelstudios im Zoll-Visier: Mehrere Festnahmen

Von Marco Rauch

Köln - Der Zoll ist mit gezielten Kontrollen in vietnamesischen Nagelstudios in Köln gegen illegale Beschäftigung und Ausbeutung vorgegangen.

Die kontrollierten Nagelstudios befanden sich aufgrund besonderer Auffälligkeiten bereits seit Jahren im Fokus der Behörden.  © -/dpa

Die Ermittler nahmen mehrere Personen fest, wie der Pressesprecher des Hauptzollamts Köln, Jens Ahland, der Nachrichtenagentur dpa mitteilte. Demnach seien die Geschäfte bereits seit Jahren aufgrund besonderer Auffälligkeiten im Fokus der Behörden.

"Dort werden Leute regelmäßig enorm ausgenutzt und ausgebeutet", sagte der Zollsprecher. Viele der Beschäftigten würden nach Deutschland geschleust, um hier für sehr geringe Löhne zu arbeiten und große Teile des Geldes an ihre Familien zu schicken.

Gleich im ersten kontrollierten Objekt hätten die Ermittler einen "Volltreffer" gelandet: Zwei der drei dort angetroffenen Mitarbeiter waren mutmaßlich illegal beschäftigt und konnten sich nicht ausweisen, sagte der Pressesprecher.

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Es sei gängige Praxis, dass Pässe abgenommen würden, um die Menschen an der Flucht zu hindern. Zudem sollten die Betroffenen die Studios nicht verlassen, damit das illegale Treiben nicht auffalle.

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Matratzen, Zahnbürsten und Kleidung neben Chemikalien

Neben der Verfolgung von Straftaten geht es bei der Razzia auch um Opferschutz.  © -/dpa

Die Beamten fanden im Keller des Studios in Köln Matratzen auf dem Boden, direkt neben gelagerten Chemikalien. Daneben lagen Zahnbürsten und Klamotten auf dem Boden.

"Die Schlafmöglichkeiten könnten schlechter nicht sein" erklärte Ahland. "Tatsächlich ist das keine Ausnahme, was wir heute hier erleben. Das haben wir immer wieder - nicht in jedem Nagelstudio, aber gerade bei vietnamesischen Studios häufig."

Bei den Kontrollen gehe es nicht nur um die Verfolgung von Straftaten, sondern auch um Opferschutz. Der Zoll bietet laut Ahland Wege an, um diesem Kreislauf aus Abhängigkeit und Ausbeutung zu entkommen.

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Die Hauptermittlungen richten sich gegen die Betreiber der betroffenen Studios, betonte Ahland. Hinweise auf die Nagelstudios bekäme man meist von Kunden oder ehemaligen Beschäftigten.

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