Psychiatrische Behandlungen im NRW-Strafvollzug rasant gestiegen
Von Dorothea Hülsmeier
Düsseldorf - Die Zahl der stationären Behandlungen von Gefangenen mit psychiatrischen Erkrankungen im nordrhein-westfälischen Strafvollzug hat sich in den vergangenen Jahren knapp vervierfacht.
Gab es 2021 noch 69 Behandlungen, stieg die Zahl bis 2025 auf 288. Das geht aus der Antwort des Justizministeriums auf eine kleine Anfrage der AfD-Fraktion hervor.
Die häufigsten psychiatrischen Diagnosen im Strafvollzug waren Suchterkrankungen, gefolgt von affektiven Erkrankungen wie Depressionen sowie Schizophrenien.
Der Anteil von Gefangenen mit psychiatrischer Diagnose lag nach früheren Angaben des Ministeriums in den vergangenen fünf Jahren stets bei rund 30 Prozent von rund 14.000 Gefangenen. Davon entfiel im Schnitt ein Anteil von knapp 80 Prozent auf eine Suchterkrankung.
Zum 1. Januar 2026 standen im NRW-Strafvollzug 231 Planstellen für Psychologen und Psychologinnen zur Verfügung. Knapp ein Viertel davon war den Angaben zufolge unbesetzt.
Die medizinischen Kosten pro Gefangenem pro Tag lagen 2025 bei 14,37 Euro. Das waren 1,59 Euro mehr als 2021.
Medizinische Versorgung von Steuermitteln finanziert
Die medizinische Versorgung von Gefangenen im NRW-Strafvollzug erfolgt außerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung und wird aus Steuermitteln finanziert.
An den Kosten für zahnprothetische Leistungen werden Gefangene im Umfang der Beteiligung vergleichbarer gesetzlich Versicherter beteiligt.
Titelfoto: Marcel Kusch/dpa
