Auf "Huracán" folgt Operation "Alba": Zwei Festnahmen bei bundesweiter Steuerbetrugs-Razzia im Autohandel
Von Frank Christiansen
Düsseldorf - Auf "Huracán" folgt Operation "Alba": Mit einer internationalen Razzia sind Ermittler erneut gegen internationalen Umsatzsteuerbetrug im Fahrzeughandel vorgegangen.
Zwei Verdächtige seien in Deutschland und den Niederlanden festgenommen worden, teilte das Zollfahndungsamt Essen mit. In Deutschland kam es zu Durchsuchungen in Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Sachsen und Bayern. Ermittler durchsuchten Objekte auch in Polen und den Niederlanden.
Neben umfangreichen digitalen Beweismitteln seien auch Waffen, Luxusfahrzeuge, Uhren, Bargeld und Schmuck sichergestellt worden. Zudem wurden Autos und Immobilien im Wert von mehr als 2,5 Millionen Euro beschlagnahmt.
Nach Angaben der Behörden konnten Vermögenswerte von rund 15 Millionen Euro gesichert werden.
Eingebunden waren die Europäische Staatsanwaltschaft (EUStA) in Köln und das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität Nordrhein-Westfalen.
Das Verfahren richtet sich gegen ein Netzwerk internationaler Autoschieber, die zwischen 2017 und Juni 2023 einen Umsatzsteuerschaden von rund 300 Millionen Euro verursacht haben sollen. Mehr als 70 Beschuldigte waren identifiziert worden.
Ermittlungen begannen bereits Anfang 2021
Der Ursprung der Ermittlungen der Kommission unter dem Namen "Falscher Hase" war ein komplexes Geflecht aus Scheinfirmen, mit dem über Jahre hinweg beim Fahrzeughandel Mehrwertsteuer hinterzogen wurde. Die erste Welle führte bereits in Düsseldorf zu mehrjährigen Haftstrafen. Die Akten umfassten mehr als 100.000 Seiten.
Die Ermittlungen begannen Anfang 2021 mit einem Hinweis der italienischen Steuerbehörden auf Unregelmäßigkeiten bei Fahrzeugimporten. In dem Verfahren sind bislang neun Personen rechtskräftig zu Freiheitsstrafen zwischen zwei und sieben Jahren verurteilt worden.
Mit der Operation "Huracán", benannt nach einem Luxus-Sportwagen, war der organisierte internationale Mehrwertsteuerbetrug im Juni 2023 öffentlich geworden.
Bei der Großrazzia in sieben Ländern waren Luxusautos und Immobilien beschlagnahmt worden. Mehr als 2000 Fahnder waren im Einsatz, es ging um den Handel mit mehr als 10.000 Autos.
Titelfoto: Bildmontage: Uli Deck/dpa, Sven Hoppe/dpa

