Bis zu 70 Millionen Euro Schaden nach Anschlag auf Strommast: Razzia bei Anarchos

Von Andreas Rabenstein, Anne-Beatrice Clasmann

Berlin - Ein halbes Jahr nach dem mutmaßlich linksextremen Brandanschlag auf die Stromversorgung des Berliner Technologieparks Adlershof ist die Polizei mit einer Razzia gegen Verdächtige vorgegangen.

Die Polizei ist am Dienstagmorgen unter anderem mit einem Großaufgebot im Wedding vorgefahren.
Die Polizei ist am Dienstagmorgen unter anderem mit einem Großaufgebot im Wedding vorgefahren.  © Sven Käuler/dpa

Seit dem Morgen wurden an weit mehr als einem Dutzend Orten in der Hauptstadt sowie in Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg Wohnungen und andere Räume durchsucht, wie die dpa aus Polizeikreisen erfuhr und die Staatsanwaltschaft bestätigte.

Ein Sprecher der Berliner Generalstaatsanwaltschaft sagte: "Die Polizei ist im Einsatz im Auftrag der Generalstaatsanwaltschaft Berlin im Zusammenhang mit dem Brandanschlag bei Adlershof im September letzten Jahres. Die Ermittlungen richten sich gegen namentlich bekannte Beschuldigte."

Allein in der Spree-Metropole durchsuchten die Beamten 14 Objekte. Nach Angaben der Polizei stehen vier Personen im Alter von 28, 31, 35 und 36 Jahren im Fokus der Ermittlungen. Bei den Durchsuchungen wurden unter anderem Mobiltelefone, Laptops, andere elektronische Geräte und Unterlagen sichergestellt.

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Nach einem Bericht der Zeitung "Die Welt" richtete sich der Einsatz gegen eine anarchistische Gruppe. Etwa 500 Polizisten waren im Einsatz. Nach Informationen der dpa und der "Welt" war auch eine linksextremistisch-anarchistische Bibliothek in Kreuzberg im Visier der Polizei.

Die Razzia richtet sich gegen Linksextremisten und Anarchisten.
Die Razzia richtet sich gegen Linksextremisten und Anarchisten.  © Sven Käuler/dpa

Gewerkschaft der Polizei: "Kennen Protagonisten des harten Kerns"

Der Anschlag auf einen Strommast hat im vergangenen September einen Stromausfall im Südosten von Berlin verursacht.
Der Anschlag auf einen Strommast hat im vergangenen September einen Stromausfall im Südosten von Berlin verursacht.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) betonte: "Die Sicherheitsbehörden kennen die Protagonisten des harten Kerns. (...) Aber nach wie vor ist es unglaublich schwer, ihnen Brandanschläge wie den in Johannisthal oder Zehlendorf nachzuweisen." Das Landeskriminalamt (LKA) habe erfolgreich ermittelt, "um die heutigen Durchsuchungsbeschlüsse zu erwirken".

Mutmaßliche Linksextremisten hatten am 9. September 2025 einen Brandanschlag auf einen Strommast verübt und Starkstromkabel weitgehend zerstört.

In einem Bekennerschreiben im Internet war von einem Angriff auf den Technologiepark Adlershof und die dortigen Firmen und Forschungseinrichtungen aus den Bereichen IT, Robotik, Bio- und Nanotechnologie, Raumfahrt sowie Sicherheits- und Rüstungsindustrie die Rede.

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Anfangs waren rund 50.000 private und betriebliche Kunden der landeseigenen Stromnetz GmbH von dem Stromausfall betroffen. Bei den Firmen wurden nach Schätzungen Schäden zwischen 30 und 70 Millionen Euro verursacht.

Titelfoto: Sven Käuler/dpa

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