Nach Schleuser-Razzia: SPD-Politiker soll Mega-Summe für kriminelle Hilfe bekommen haben

Düsseldorf - Ein inzwischen verhafteter leitender Mitarbeiter aus dem Landkreis Düren hat sich offenbar von Schleusern mit 300.000 Euro in bar bestechen lassen.

Einsatzkräfte durchsuchten am 18. April sämtliche Wohnobjekte in acht verschiedenen Bundesländern.
Einsatzkräfte durchsuchten am 18. April sämtliche Wohnobjekte in acht verschiedenen Bundesländern.  © Roberto Pfeil/dpa

Das bestätigte am heutigen Dienstag ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Düsseldorf. TAG24 hatte bereits in der vergangenen Woche über den Fall berichtet.

Der SPD-Politiker war am 17. April im Rahmen einer Razzia gegen eine international agierende Schleuserbande in acht Bundesländern verhaftet worden.

Die Schleuser hatten sich nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft auf vermögende Menschen überwiegend aus China spezialisiert.

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Die Staatsanwaltschaft wirft dem Landkreis-Mitarbeiter vor, seinen Einfluss bei den Behörden geltend gemacht zu haben, wenn Sachbearbeiter die Anträge der chinesischen Staatsbürger auf eine Aufenthaltserlaubnis in Deutschland hätten ablehnen wollen.

Hauptverdächtige sollen zwei Rechtsanwälte aus Köln sein

Die beiden Hauptverdächtigen in dem Fall sind zwei 42 und 46 Jahre alte Rechtsanwälte aus dem Raum Köln. Ihre ausländischen Klienten sollen nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft insgesamt mehr als neun Millionen Euro für die Schleuser-Dienste überwiesen haben.

Auf Anfrage hätten sich weder die Verteidiger der beiden inhaftierten Anwälte, noch die des Dürener Landkreis-Mitarbeiters äußern wollen, berichtete der "Kölner Stadt-Anzeiger".

Titelfoto: Roberto Pfeil/dpa

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