Nächster Tiefschlag nach WM-Aus: DFB-Zentrale bei Polizeirazzia durchsucht

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Köln/Frankfurt/Bochum - Wenige Tage nach dem WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft wurde der DFB erneut kalt erwischt: Bei einer bundesweiten Razzia hat das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen (LKA NRW) auch die Zentrale des weltgrößten Sportverbandes in Frankfurt am Main durchsucht. Dabei geht es um die Heim-EM 2024.

Bei der Razzia am Mittwochmorgen wurde auch die Zentrale des Deutschen Fußball Bundes (DFB) in Frankfurt am Main durchsucht. (Symbolbild)
Bei der Razzia am Mittwochmorgen wurde auch die Zentrale des Deutschen Fußball Bundes (DFB) in Frankfurt am Main durchsucht. (Symbolbild)  © Michael Brandt/dpa

"Gegenstand der Ermittlungen sind mutmaßlich gewährte, nicht genehmigte Vorteile, unter anderem in Form eines Fußballländerspielbesuchs, die ein damals für eine Gastgeberstadt tätiger Beschuldigter von hierfür Verantwortlichen der ausrichtenden Gesellschaft erhalten haben soll", teilen die Staatsanwaltschaft Bochum und das LKA NRW dazu am Mittwochmorgen mit.

Hinzu käme der Verdacht, dass den Gastgeberstädten von Verantwortlichen der "Euro 2024 GmbH", einem Joint-Venture von DFB und UEFA, das sich von der DFB-Zentrale aus um die Ausrichtung der Europameisterschaft kümmerte, "exklusive Vorkaufsrechte für Eintrittskarten angeboten worden sind, die seitens der Gastgeberstädte zum Teil in Anspruch genommen und auf unterschiedliche Art verwendet worden sind."

"Ein Fußball-Ticket ist kein Gehaltsbestandteil. Wer im öffentlichen Dienst die Hand aufhält, bekommt von uns Besuch", sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (73, CDU) gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit Blick auf die Razzia.

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Großveranstaltungen wie die Fußball-Europameisterschaft würden vom Vertrauen der Menschen in den Sport und in die Behörden, die ihn möglich machen, leben, so Reul, der klarstellte: "Dieses Vertrauen lassen wir nicht durch ein paar Einladungen und Eintrittskarten beschädigen. Der Verdacht wiegt schwer, und genau deshalb wird er konsequent aufgeklärt." Die Ermittler des LKA würden daher "gründlich, sachlich und ohne Ansehen der Person" arbeiten.

Für Beschuldigte gilt Unschuldsvermutung

Insgesamt rund 150 Beamte sollen an der bundesweiten Aktion beteiligt gewesen sein. (Symbolbild)
Insgesamt rund 150 Beamte sollen an der bundesweiten Aktion beteiligt gewesen sein. (Symbolbild)  © Benjamin Westhoff/dpa

Wie die BILD erfahren haben will, richten sich die Vorwürfe unter anderem gegen einen Deutschen (66) und einen Franzosen (46).

Neben dem DFB-Hauptsitz in Frankfurt seien dabei auch Rathäuser und Stadtverwaltungen der damaligen Austragungsorte überprüft worden - etwa in Gelsenkirchen, Dortmund, Düsseldorf, Köln, Hamburg, München, Berlin und Stuttgart. Bei der Stadtverwaltung Leipzig soll zudem ein sogenanntes Herausgabeersuchen vollstreckt werden.

Der 46-Jährige soll sich dem Bericht zufolge bei der "EURO 2024 GmbH" um die Beziehungen zu den Austragungsorten gekümmert und in diesem Zusammenhang städtische Mitarbeiter zu den Begegnungen eingeladen haben. Dazu soll auch der 66-jährige Mann aus Gelsenkirchen zählen, der zum Halbfinalspiel zwischen Spanien und Frankreich nach München eingeladen worden sein soll.

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Auf Nachfrage von TAG24 wollte sich die Staatsanwaltschaft Bochum wegen laufender Ermittlungen zunächst nicht weiter zu den Maßnahmen äußern. Am Vormittag bestätigten eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft sowie ein Sprecher des DFB allerdings, dass es einen Einsatz am DFB-Campus gegeben hat. Der DFB-Sprecher betonte allerdings, dass sich die Ermittlungen nicht gegen den Verband selbst richten würden.

An der Aktion waren neben Ermittlern der Staatsanwaltschaft Bochum und des LKA NRW auch Beamtinnen und Beamte der örtlichen Polizeibehörden beteiligt. Die Beschuldigten hatten laut Staatsanwaltschaft bislang keine Gelegenheit, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Erstmeldung: 1. Juli, 10.31 Uhr; zuletzt aktualisiert: 1. Juli, 11.49 Uhr

Titelfoto: Bildmontage: Michael Brandt/dpa, Benjamin Westhoff/dpa

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