Razzia in Hamburg: Mann soll Frauen aus Südamerika für Prostitution eingeschleust haben
Hamburg - Große Polizei-Aktion in Hamburg: Am Donnerstag hat die Bundespolizei im Auftrag der Staatsanwaltschaft mehrere Objekte im Stadtgebiet durchsucht - und einen Haftbefehl vollstreckt.
Hintergrund war die "Bekämpfung der Schleusungskriminalität im Zusammenhang mit der Vermittlung von illegalen Erwerbstätigkeiten im Rotlichtmilieu", wie die Beamten mitteilten.
Im Fokus der Ermittlungen stand ein 54 Jahre alter italienischer Staatsangehöriger. Gegen ihn wurde am Donnerstagmorgen ein Untersuchungshaftbefehl vollstreckt.
Nach den bisherigen Erkenntnissen soll der Mann Frauen aus Südamerika nach Deutschland eingeschleust haben, um sie anschließend der Prostitution zuzuführen. Die Damen stammen demnach überwiegend aus der Dominikanischen Republik, Venezuela und Kolumbien.
Konkret soll der 54-Jährige als zentraler Ansprechpartner für die Frauen fungiert und ihnen sogenannte Modellwohnungen an mehreren Orten in Hamburg zur Ausübung der Prostitution vermietet haben.
Darüber hinaus soll er offenbar gegen Bezahlung auf zumeist einschlägigen Portalen im Internet Werbung für die Dienstleistungen der Frauen geschaltet haben.
Razzia in Hamburg: Datenträger, Luxusuhren und 20.000 Euro in bar
Bei ihrer Einreise täuschten die Frauen im Zuge der Grenzkontrolle typischerweise einen touristischen Aufenthalt vor, um nach Hamburg zu reisen und die Vermittlungsdienste des Mannes zu nutzen. Dadurch soll sich dieser einen "erheblichen Vermögensvorteil" verschafft haben.
Im Verlauf der Razzia wurden laut Polizeiangaben 13 Frauen und eine weitere Person angetroffen, die sich wahrscheinlich unerlaubt in Deutschland aufhalten. Zudem wurden Datenträger, Mobiltelefone, Dokumente und hochwertige Luxusuhren sowie 20.000 Euro in bar sichergestellt.
"Der Einsatz ist als Erfolg zu werten, da es den ErmittlerInnen von Bundespolizei und Staatsanwaltschaft gelungen ist, ein komplexes und zugleich gewinnträchtiges kriminelles Geschäftsmodell aufzudecken und zu unterbinden", erklärte Einsatzleiter Helgo Martens zufrieden.
Erstmeldung: 13.21 Uhr, aktualisiert: 16.16 Uhr
Titelfoto: Bundespolizeidirektion Hannover

