Razzien gegen Neonazi-Gruppierung: Innenministerium verbietet "Hammerskins"

Berlin - Ihr Symbol sind zwei gekreuzte Hämmer. Jetzt hat das Bundesinnenministerium die "Hammerskins Deutschland" verboten. Die Razzia sei über ein Jahr lang vorbereitet worden, heißt es.

Auch in Berlin-Alt-Hohenschönhausen wurden Wohnungen von "Hammerskins"-Mitgliedern durchsucht.
Auch in Berlin-Alt-Hohenschönhausen wurden Wohnungen von "Hammerskins"-Mitgliedern durchsucht.  © Dominik Totaro/dpa

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (53, SPD) hat den rechtsextremistischen Verein "Hammerskins Deutschland" sowie seine regionalen Ableger und die Teilorganisation "Crew 38" aufgelöst.

Wie das Ministerium am Dienstag mitteilte, durchsuchten Einsatzkräfte der Polizei am frühen Morgen Wohnungen von 28 mutmaßlichen Mitgliedern des Vereins in zehn Bundesländern: Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen.

Der Verein richte sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung, gegen den Gedanken der Völkerverständigung, hieß es zur Begründung. Zudem liefen Zweck und Tätigkeit der Vereinigung den Strafgesetzen zuwider. Bei Konzertveranstaltungen der Gruppe würden auch Nicht-Mitglieder mit rechtsextremistischem Gedankengut ideologisiert.

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Bei den Vorbereitungen für das Verbot haben Bund und Länder nach Angaben des Ministeriums über ein Jahr lang zusammengearbeitet. Auch mit US-Partnerbehörden sei kooperiert wurden.

Die Neonazi-Gruppe ist ein Ableger einer Gruppierung aus den USA und existiert in Deutschland seit Anfang der 1990er Jahre. Zu den rechtsextremistischen Vereinigungen, die in den vergangenen Jahren verboten wurden, zählen unter anderem "Combat 18" und "Nordadler".

Innenministerin Nancy Faeser (SPD) geht gegen Neonazi-Gruppierung vor

In Berlin war die Polizei auch mit Spürhunden unterwegs.
In Berlin war die Polizei auch mit Spürhunden unterwegs.  © Dominik Totaro

Laut Ministerium ist es das 20. Verbot einer rechtsextremistischen Vereinigung durch das Bundesinnenministerium.

Das Verbot sei "ein harter Schlag gegen den organisierten Rechtsextremismus", sagte Bundesinnenministerin Faeser. Damit werde "ein klares Signal gegen Rassismus und Antisemitismus" gesetzt. Der Rechtsextremismus sei nach wie vor "die größte extremistische Bedrohung für unsere Demokratie".

Sie betonte: "Deshalb handeln wir weiter mit aller Entschiedenheit, um rechtsextremistische Strukturen zu zerschlagen."

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Erstmeldung 19. September, 7.20 Uhr. Letztes Update um 8.38 Uhr.

Titelfoto: Dominik Totaro/dpa

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