Riesige Razzia: Zoll stoppt illegale Zigarettenfabrik und entdeckt 20 Millionen Kippen

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Hannover/Ahlen/Wirges/Rüsselsheim - Riesige Razzia gegen illegaler Zigarettenproduktion: Der Zoll entdeckte unter anderem fast 20 Millionen unversteuerte Kippen sowie über 16 Tonnen Tabak für deren Herstellung.

Die Zollfahnder entdeckten eine illegale Zigarettenfabrik mit mehreren Millionen unversteuerten Kippen.
Die Zollfahnder entdeckten eine illegale Zigarettenfabrik mit mehreren Millionen unversteuerten Kippen.  © Bildmontage: Zollfahndungsamt Hannover (2)

Wie das Zollfahndungsamt Hannover mitteilte, waren die Beamten bereits zwischen dem 20. und 22. Mai in verschiedenen Orten in Deutschland im Einsatz.

Bei der Aktion konnten vier Tatverdächtige festgenommen werden. Dabei handelt es sich um Männer zwischen 25 und 54 Jahren mit rumänischer und moldawischer Staatsangehörigkeit. Alle vier kamen in Untersuchungshaft, da die Staatsanwaltschaft Bielefeld ihnen vorwirft, für die Herstellung und den Verkauf unversteuerter Zigaretten verantwortlich zu sein.

Im selben Zeitraum wurden 13 Lagerhallen und Wohnungen in Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz durchsucht.

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Schon vorher geriet ein ehemaliges Fabrikgelände in Staudt (Verbandsgemeinde Wirges) während verdeckter Ermittlungen ins Visier. Wie sich herausstellte, zu Recht: Dort konnten die Einsatzkräfte eine illegale Zigarettenproduktionsanlage sowie mehr als 16 Tonnen Tabak beschlagnahmen.

Zusätzlich fanden die Ermittler rund zehn Millionen unversteuerte Glimmstängel in einer Lagerhalle in Ahlen (Nordrhein-Westfalen) und ungefähr weitere neun Millionen Kippen auf einem Bauernhof bei Rüsselsheim (Hessen).

Mehr als 80 Millionen Zigaretten umgeschlagen

In der Fabrik stellten sie neben den Zigaretten auch Bargeld, Smartphones und elektronische Beweismittel sicher.
In der Fabrik stellten sie neben den Zigaretten auch Bargeld, Smartphones und elektronische Beweismittel sicher.  © Bildmontage: Zollfahndungsamt Hannover (2)

Zudem stellten die Zollfahnder rund 75.000 Euro Bargeld, verschiedene Smartphones und andere elektronische Beweismittel sicher.

Für die mutmaßlich gefälschten Kippen liegt der Steuerschaden laut Zoll bei 3,9 Millionen Euro. Weitere 1,5 Millionen Euro Steuerhinterziehung macht der sichergestellte Tabakfeinschnitt bei der Produktionsanlage aus.

Der Razzia vorausgegangen waren umfangreiche Ermittlungen des Zollfahndungsamtes Hannover gegen mehrere Personen aus dem Raum Frankfurt am Main. Gegen sie bestand der Verdacht des illegalen Handels mit unversteuerten Zigaretten.

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Inzwischen gehen die Zollfahnder davon aus, dass die Beschuldigten bis zu ihrer Festnahme bundesweit mehr als 80 Millionen Glimmstängel umgeschlagen haben.

Mindestens elf Personen eingeschlossen

Die Angestellten mussten unter fragwürdigen Lebensbedingungen im Inneren des Gebäudes leben, um nicht entdeckt zu werden.
Die Angestellten mussten unter fragwürdigen Lebensbedingungen im Inneren des Gebäudes leben, um nicht entdeckt zu werden.  © Bildmontage: Zollfahndungsamt Hannover (2)

Das Gebäude, das für die illegale Zigarettenherstellung genutzt wurde, war aufwendig umgebaut worden. Unter anderem haben die Täter dafür professionelle Geräuschdämmung genutzt, um unentdeckt zu bleiben.

Mindestens elf Personen, die dort arbeiteten, wurden laut bisherigen Erkenntnissen des Zolls über einen längeren Zeitraum hinweg unter fragwürdigen Lebensbedingungen in dem Gebäude eingeschlossen. So wollten die Täter sichergehen, dass die Produktionsanlage in der Nachbarschaft kein Aufsehen erweckte.

In der illegalen Zigarettenfabrik stellten die Zollfahnder neben den Produktions- und Verpackungsmaschinen folgende Dinge sicher:

  • eine kleinere Menge fertig produzierter Kippen
  • 16,2 Tonnen Tabak
  • große Mengen an Vormaterial für die Zigarettenproduktion

    (wie Filter, Papierhülsen, bedruckte Kartonzuschnitte und Folien)

Bei dem über drei Tage langen Einsatz waren mehr als 120 Kräfte vor Ort. Die Ermittlungen dauern noch an und werden durch das Zollfahndungsamt Hannover im Auftrag der Staatsanwaltschaft Bielefeld geführt.

Titelfoto: Bildmontage: Zollfahndungsamt Hannover (2)

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