Vater verkauft Tochter (16): Clan wegen Menschenhandels vor Gericht

Köln - Ein Vater verkaufte seine 16-jährige Tochter an einen Clan - mitten in Deutschland. Jetzt stehen mehrere Mitglieder einer Kölner Großfamilie wegen Menschenhandels seit Donnerstag vor Gericht.

Der Prozess gegen fünf Mitglieder des Clans läuft derzeit am Kölner Landgericht. (Symbolfoto)
Der Prozess gegen fünf Mitglieder des Clans läuft derzeit am Kölner Landgericht. (Symbolfoto)  © Daniel Vogl/dpa

Was Ermittler laut in einer Kölner Villa fanden, wirkt wie aus einer anderen Welt: ein vorgefertigtes Vertragsformular mit dem Titel "Heiratsverpflichtungen".

Genau dieses Dokument spielt jetzt eine zentrale Rolle in einem Prozess gegen fünf Mitglieder eines serbischen Rom-Clans. Darin festgehalten: Kaufpreis, Anzahlung und Bedingungen für die Heirat einer Minderjährigen.

Opfer des Ganzen ist die 16-jährige Romina S., die von ihrem Vater für 85.000 Euro an ein rund zehn Jahre älteres Mitglied der Familie verhökert worden sein soll.

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In dem Vertrag finden sich laut BILD-Informationen schockierende Details: Die Braut "muss Jungfrau sein" sowie gehorsam gegenüber Schwiegereltern und Ehemann. Verstößt sie dagegen, könne vom Kauf zurückgetreten werden.

Neben dem Vorwurf des Menschenhandels spielen aber auch Betrug und schwere Bandendiebstähle in dem Prozess eine wichtige Rolle.

Sozialleistungen sollen Clan-Kasse gefüllt haben

Bei einer Razzia im Jahr 2020 durchsuchten Ermittler die Kölner Villa des Clans und stellten unter anderem Schmuck, Bargeld und mehrere Luxusautos sicher. (Symbolfoto)
Bei einer Razzia im Jahr 2020 durchsuchten Ermittler die Kölner Villa des Clans und stellten unter anderem Schmuck, Bargeld und mehrere Luxusautos sicher. (Symbolfoto)  © Jens Kalaene/dpa

Schon im Jahr 2020 kamen Beamte der kriminellen Familie auf die Schliche und führten eine Razzia in dem pompösen Anwesen in Köln durch. Dort beschlagnahmten sie Schmuck, teure Autos und Bargeld.

Stammen sollen die Luxusgegenstände unter anderem aus Einbrüchen in Seniorenheimen sowie erschlichenen Sozialleistungen in Höhe von 145.000 Euro.

Laut Vorwurf der Staatsanwaltschaft habe der Clan Wohnungen in dem Haus in Köln-Ostheim an Familienmitglieder vermietet. Da diese Sozialleistungen bezogen, kam der Staat monatlich für die Kosten auf.

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In diesem Anklagepunkt schien sich der Verdacht am ersten Verhandlungstag zu bestätigen. Alle anderen Vorwürfe, müssten zunächst bewiesen werden, erklärte eine Verteidigerin am Kölner Landgericht.

Vor Gericht schweigen die meisten Angeklagten. Der Prozess läuft weiter.

Titelfoto: Daniel Vogl/dpa

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