Neue Details im Vermissten-Rätsel: Mutter hat fast 50.000 Euro Schulden!

Brunsbüttel – Im Fall der vermissten 41-Jährigen und ihrem achtjährigen Sohn aus Brunsbüttel geht die Polizei inzwischen von einem geplanten Verschwinden aus - doch das ist noch nicht alles.

Die Frau ist mit ihrem Sohn untergetaucht.
Die Frau ist mit ihrem Sohn untergetaucht.  © Polizei

Zunächst hatte alles wie ein Suizid ausgesehen: An einer Buhne fanden Einsatzkräfte Schuhe und die Mütze des Kindes, Fußspuren im Watt führten zum Wasser der Elbe.

Die 19-jährige Tochter hatte die Polizei verständigt, nachdem die beiden nach einem nächtlichen Ausflug ins Watt nicht zurückgekehrt waren (TAG24 berichtete). Es brach eine große Suchaktion aus - von Mutter und Sohn keine Spur.

Doch inzwischen sollen die Ermittlungen zu einem anderen Verdacht geführt haben: Cora A. hat einen Selbstmord vorgetäuscht, um gezielt unterzutauchen (TAG24 berichtete).

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Darauf deutete hin, weil die Ausweispapiere von Mutter und Sohn verschwunden waren. Außerdem habe die 41-Jährige ihr Konto und das ihres Sohnes leergeräumt und ihr Auto für mehrere Tausend Euro verkauft.

Die Polizei geht davon aus, dass die 41-Jährige so einer Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten entgehen wollte, die sie am Folgetag hätte antreten müssen.

Die Strafe sei durch mehrere Betrugsdelikte zustande gekommen. Zudem sei die Mutter hoch verschuldet. Aus dem Umfeld der Dithmarscherin wurde nun bekannt, was für einen exklusiven Lebensstil die 41-Jährige führte.

"Sie trug nur teure Kleidung. Wir haben gefragt, wie sie das als gelernte Arzthelferin und jetzige Altenpflegerin finanziert", äußerte ein Nachbar gegenüber der Bild-Zeitung.

Mutter bewies schon lange kriminelle Energie

Feuerwehrfahrzeuge stehen an einem Deich bei Brunsbüttel und suchen nach der Mutter und ihrem Sohn.
Feuerwehrfahrzeuge stehen an einem Deich bei Brunsbüttel und suchen nach der Mutter und ihrem Sohn.  © dpa/Westküsten-News/Karsten Schröder

Ihren exklusiven Lebensstil finanzierte sich die 41-Jährige durch ihre kriminellen Machenschaften.

Wie die Bild-Zeitung berichtete, soll sie nicht nur Möbel auf Ratenzahlung bestellt und diese privat weiterverkauft haben, auch habe sie einen Raub bei der Opferschutz-Organisation Weißer Ring vorgegaukelt und daraufhin rund 250 Euro kassiert.

Außerdem soll sie die letzten zwölf Jahre immer wieder Rechnungen nicht bezahlt haben, wodurch sich ein erheblicher Schuldenberg von mehr als 48.600 Euro angehäuft habe.

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Am 20. Februar 2019 wurde die Dithmarscherin vom Landgericht Hanau wegen zweifachen Computerbetrugs zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt.

Mutter und Sohn werden nun schon seit einer Woche vermisst. Das Handy der Frau ist aus und kann nicht geortet werden. Spuren führen nach Spanien, Interpol ist bereits involviert.

Wer Hinweise zu den Vermissten geben kann, soll sich bei der Kripo unter der Telefonnummer 0481/940 melden.

Titelfoto: Polizei

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