Coronavirus in NRW: Remscheid bekommt Hilfe von der Bundeswehr

Köln – Die NRW-Politik hat mit einer lokalen Corona-Bremse auf Hotspots reagiert. Im Herbst sind aufgrund steigender Infektionszahlen neue Maßnahmen möglich. Wir geben einen Überblick auf die aktuellen Entwicklungen in der Corona-Krise in NRW.

In Hamm gibt es derzeit bundesweit den höchsten Inzidenz-Wert an Neuinfektionen mit dem Coronavirus.
In Hamm gibt es derzeit bundesweit den höchsten Inzidenz-Wert an Neuinfektionen mit dem Coronavirus.  © Guido Kirchner/dpa

Infolge einer Großhochzeit ist die Zahl der Neuinfektionen in Hamm zuletzt deutlich angestiegen. Die 7-Tage-Inzidenz lag am Montag (28. September) bei 112.

Bereits in der Vorwoche waren aufgrund der Überschreitung der Inzidenz von 50 Maßnahmen beschlossen worden.

In Hamm gilt seit einigen Tagen für private Feiern mit 51 bis 150 Teilnehmern eine Genehmigungspflicht. Feiern mit 25 bis 50 Teilnehmern müssen angezeigt werden.

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Update, 29. September, 15.38 Uhr: 50 Euro Corona-Bußgeld bei Falschangaben in Restaurants

Bürgerinnen und Bürger, die in einem Restaurant oder anderen Gastwirtschaften falsche Angaben zu ihrer Person machen, müssen künftig mit einem Mindestbußgeld von 50 Euro rechnen. 

Das beschlossen die Ministerpräsidenten der Länder nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag bei ihrer Videoschalte mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

Update, 29. September, 15.25 Uhr: Verlängerung der Corona-Auflagen in Hamm noch ungewiss

Die Stadt Hamm, die derzeit die meisten Corona-Neuinfektionen in NRW aufweist, will bis kommenden Montag über das weitere Vorgehen entscheiden. Derzeit seien zusätzliche Einschränkungen nicht vorgesehen, sagte ein Sprecher am Dienstag. 

Ob die bis 6. Oktober geltenden Maßnahmen in Gänze oder in Teilen verlängert werden müssten oder ob gar neue Einschnitte nötig würden, ergebe sich aus dem Infektionsverlauf der nächsten Tage.

Die westfälische Stadt mit gut 180.000 Einwohnern hat die höchste "Sieben-Tage-Inzidenz" landesweit: Laut Robert Koch-Institut gab es Stand Dienstag 98,3 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen.

Das sei aber zumindest eine leichte Entspannung, betonte der Sprecher. Das RKI hatte für Hamm zwischenzeitlich einen Wert von 112 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner ausgewiesen. 

Als Verursacher der hochgeschnellten Infektionszahlen gelten eine Großhochzeit und damit verbundene Veranstaltungen in der ersten Septemberhälfte. Die Stadt will in Regress gegen die Verantwortlichen gehen.

Seit einer Wochen gelten in Hamm strikte Auflagen und Begrenzungen für private Veranstaltungen. An weiterführenden Schulen muss auch im Unterricht ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. In der Öffentlichkeit dürfen sich nur fünf Personen oder Angehörige von zwei Haushalten zusammen aufhalten.

Update, 29. September, 13.42 Uhr: Abermals Corona-Massentest bei Geflügelverarbeiter in Emsdetten

Nach einem Corona-Ausbruch bei einem Geflügelverarbeiter in Emsdetten (Kreis Steinfurt) ist an diesem Dienstag der Massentest der Belegschaft wiederholt worden. Das Gesundheitsamt des Kreises will so erfahren, ob es gelungen ist, die Infektionsketten zu unterbrechen, wie eine Sprecherin des Kreises am Dienstag sagte.

In der vergangenen Woche waren rund 340 Mitarbeiter entweder auf dem Firmengelände oder von mobilen Teams auf das Virus getestet worden, nachdem seit Mittwoch die Zahl der infizierten Menschen stark gestiegen war. 55 Infizierte wurden bisher festgestellt. 

Update, 29. September, 12.08 Uhr: Remscheid erwartet zeitnah zehn Bundeswehrhelfer

Auf einem Schild vor dem Rathaus sind Piktogtamme mit Verhaltensregeln zum Schutz vor einer Corona-Ansteckung zu sehen. In Remscheid sind die Corona-Fallzahlen stark gestiegen.
Auf einem Schild vor dem Rathaus sind Piktogtamme mit Verhaltensregeln zum Schutz vor einer Corona-Ansteckung zu sehen. In Remscheid sind die Corona-Fallzahlen stark gestiegen.  © Weronika Peneshko/dpa

Die von Corona-Neuinfektionen stark betroffene Stadt Remscheid erwartet "zeitnah" zehn Helfer der Bundeswehr. Sie werden das Gesundheitsamt bei der Kontakt-Nachverfolgung unterstützen und Abstriche für Corona-Tests nehmen, schilderte eine Stadtsprecherin am Dienstag. 

Angesichts der seit Tagen steigenden Zahlen sollten die Helfer kurzfristig eintreffen, das genaue Prozedere sei noch unklar. Nach Hamm kommt Remscheid auf den zweithöchsten Wert in NRW bei der wichtigen "Sieben-Tage-Inzidenz".

Demnach gab es Stand Dienstag 65,8 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen. Das war immerhin etwas weniger als in den Tagen zuvor mit Werten über 70 Fällen. 

In Hamm lag der zentrale Wert laut RKI am Dienstag (00:00) bei 98,3 Neuinfektionen - wenige Tage zuvor war er noch auf über 110 geklettert. Die Stadt mit mehr als 180.000 Einwohnern hatte vor einer Woche restriktive Maßnahmen ergriffen. Als Verursacher gelten eine Großhochzeit und damit verbundene Feste in der ersten Septemberhälfte.

In den drei größten NRW-Städten blieben die Zahlen am Dienstag unter der kritischen Schwelle: Das RKI meldete 33,8 Fälle pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche in Köln und 25,4 Neuinfektionen in Düsseldorf sowie 20,1 Fälle in Dortmund.

Update, 29. September, 12 Uhr: Steinmeier dankt Klinik für Einsatz in Pandemie für die Niederlande

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier steht vor einem Gebäude der Uniklinik zwischen Ärzten und Pflegekräften für ein Gruppenfoto mit Abstand. Der Bundespräsident wollte sich mit seinem Besuch für den Einsatz des Personals in der Corona-Pandemie bedanken.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier steht vor einem Gebäude der Uniklinik zwischen Ärzten und Pflegekräften für ein Gruppenfoto mit Abstand. Der Bundespräsident wollte sich mit seinem Besuch für den Einsatz des Personals in der Corona-Pandemie bedanken.  © Bernd Thiss/dpa

Bei einem Besuch der Universitätsklinik Münster hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sich persönlich für den Einsatz der Mitarbeiter in der Corona-Krise bedankt. 

Insbesondere hob er am Dienstag hervor, dass das Klinikum dem Nachbarland Niederlande unbürokratisch Hilfe angeboten hatte, als die dortigen Kliniken mit hohen Patientenzahlen belastet waren. 

Im Auftrag der Landesregierung hatte es die Verteilung von insgesamt 58 niederländischen Patienten auf deutsche Krankenhäuser koordiniert.

"Die Corona-Pandemie verlangt allen Menschen viel ab", sagte Steinmeier laut Mitteilung. Deutschland sei in der medizinischen Versorgung von Covid-19-Patienten hervorragend aufgestellt. Das Hilfsangebot an die Nachbarn "war vor diesem Hintergrund eine menschliche Pflicht".

Ursprünglich hatte Steinmeier in Münster den niederländischen König Willem-Alexander treffen wollen. Dieser hatte aber nach steigenden Infektionszahlen in seinem Heimatland die Reise kurzfristig abgesagt.

Im Anschluss an den Klinikbesuch wollte Steinmeier noch mit Soldaten des in Münster stationierten deutsch-niederländischen Korps zusammentreffen, das in diesem Jahr seit 25 Jahren besteht. Außerdem stand ein Gespräch mit Bürgern auf dem Programm, die sich in der Corona-Krise besonders engagieren.

Update, 29. September, 11.27 Uhr: Nahverkehr der Deutschen Bahn NRW wieder zu 75 Prozent ausgelastet

Die Auslastung der Züge der Deutschen Bahn in NRW liegt noch unter dem Vorjahresniveau.
Die Auslastung der Züge der Deutschen Bahn in NRW liegt noch unter dem Vorjahresniveau.  © Fabian Sommer/dpa

Seit dem Ende der Sommerferien verzeichnet die Deutsche Bahn in NRW im Nahverkehr zunehmend mehr Fahrgäste. 

Die Auslastung der S-Bahnen und Regionalzüge liege derzeit bei 75 Prozent der Werte von vor einem Jahr, sagte der Vorsitzende der Regionalleitung von DB Regio NRW, Frederik Ley, in einem Interview der Rheinischen Post (Dienstag). 

"Mit einer kompletten Erholung der Fahrgastzahlen rechne ich aber erst, wenn es eine Impfung gegen Corona gibt", sagte Ley weiter. 

"Frühestens Ende 2021" werde man wieder so viele Fahrgäste in den Zügen begrüßen dürfen wie vor der Corona-Krise, "vielleicht noch später".

Ley betonte, dass sich Reisende keine Sorgen vor einer Corona-Ansteckung während einer Fahrt in der S-Bahn oder im Bus machen müssten, wenn sich alle an die Maskenpflicht hielten. 

"Keiner unserer 600 Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter in NRW hat sich während der Arbeit infiziert."

Update, 29. September, 11.21 Uhr: Schulden des Landes um 10 Prozent gestiegen

Die Schulden des Landes Nordrhein-Westfalen sind durch die Corona-Krise kräftig gestiegen. 

Zum Ende des ersten Halbjahres 2020 war das Land bei Banken und Privatunternehmen mit 187 Milliarden Euro verschuldet, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag unter Berufung auf vorläufige Ergebnisse mitteilte. Das waren knapp 18 Milliarden Euro oder 10 Prozent mehr als Ende vergangenen Jahres. 

Das Land NRW hatte nach dem Beginn der Corona-Krise milliardenschwere Hilfsprogramme für Bürgschaften, Steuerstundungen sowie Soforthilfen für Kleinunternehmen auf den Weg gebracht.

Bei den nordrhein-westfälischen Gemeinden fiel der Anstieg deutlich geringer aus. Ihre Schulden erhöhten sich im gleichen Zeitraum um 1,1 Prozent auf knapp 52,2 Milliarden Euro. Im Vergleich zum 31. März 2020 gingen die Schulden der Kommunen sogar um 1,3 Prozent zurück.

Update, 29. September, 10.25 Uhr: Landesregierung will Stehtische auf Weihnachtsmärkten erlauben

Die Landesregierung will Stehtische auf den Weihnachtsmärkten in Nordrhein-Westfalen erlauben. 

"Wir werden bei den Weihnachtsmärkten Stehtische statt wie bislang ausschließlich Sitzplätze gestatten", sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) der Rheinischen Post (Dienstag) auf die Frage nach einer Anpassung in der neuen Corona-Schutzverordnung des Landes. 

Es gehe um Weihnachtsmärkte unter Corona-Bedingungen, "weil wir am Ende nicht wollen, dass nach der Pandemie unsere Innenstädte leer stehen und alle nur noch beim Onlinehändler kaufen", unterstrich Laumann. 

Man werde die Stände auseinanderziehen müssen. Zudem müssten die Betreiber von Glühweinständen auf Abstände und Nachverfolgung achten.

Update, 29. September, 9.45 Uhr: Kabinett tagt vor Bund-Länder-Gesprächen zu Corona-Maßnahmen

Mitglieder der NRW-Landesregierung unterhalten sich vor einer Kabinettssitzung am 11. August 2020.
Mitglieder der NRW-Landesregierung unterhalten sich vor einer Kabinettssitzung am 11. August 2020.  © Federico Gambarini/dpa

Vor den Bund-Länder-Gesprächen zum Vorgehen in der Corona-Pandemie kommt am Dienstag (12.30 Uhr) das nordrhein-westfälisch Landeskabinett zusammen.

Thema dürfte die Aktualisierung der Corona-Schutzverordnung für NRW sein, die zum Donnerstag (1. Oktober) ausläuft. Nach dem Corona-Ausbruch in Hamm infolge einer Großhochzeit dürfte es unter anderem um schärfere Auflagen für private Feiern gehen.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte bereits angekündigt, die Vorgaben für private Partys in angemieteten Räumen zu verschärfen. 

Für Feiern zuhause soll es aber weiterhin keine Beschränkungen geben. Private Feiern mit mehr als 50 Personen in angemieteten Räumen sollten dagegen künftig beim Gesundheitsamt zwei Wochen vorher mit kompletter Gästeliste angemeldet werden, hatte Laumann der Zeitung Die Welt gesagt.

Das NRW-Kabinett tagt wegen Bauarbeiten nicht im Landeshaus, sondern diesmal in der Deutschen Oper am Rhein. Das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Opernhaus diente nach seinem Wiederaufbau am 2. Oktober 1946 als Tagungsort der ersten Sitzung des NRW-Landtags.

Update, 28. September, 18.57 Uhr: Privatparty in Gelsenkirchen wegen Corona-Verstößen aufgelöst

Die Stadt Gelsenkirchen hat am Wochenende erstmals eine Party wegen erheblicher Verstöße gegen die lokal verschärften Corona-Regeln aufgelöst. Mit 100 Gästen seien in der angemieteten Gaststätte doppelt so viele Menschen gewesen wie zulässig, teilte die Stadt am Montag mit.

Zudem sei gegen die geltenden Hygieneregeln verstoßen worden. Den Vermieter der Gaststätte sowie den Veranstalter der den Behörden nicht gemeldeten privaten Feier erwarte ein Ordnungswidrigkeitsverfahren sowie ein Zwangsgeld.

Nachbarn der Gaststätte hatten sich über laute Musik beschwert und das Ordnungsamt verständigt. Gemeinsam mit der Polizei schritten die Ordnungskräfte am Samstag ein, schickten die Gäste nach Hause und versiegelten die Zugänge zur Gaststätte.

Seit der vergangenen Woche dürfen in der Ruhrgebietsstadt Feste nur mit höchstens 50 Teilnehmern und unter Einhaltung strenger Auflagen stattfinden.

Titelfoto: Weronika Peneshko/dpa

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