Kölner Journalistin seit Wochen in Syrien vermisst: "Wir sind in großer Sorge!"
Köln/Raqqa - Sie wollte sich für die verfolgten Kurden im Norden Syriens einsetzen, gilt seit Mitte Januar aber selbst als vermisst: Die Kölner Journalistin Eva Maria Michelmann (37) wurde nach Angaben ihrer Familie von Kräften der syrischen Übergangsregierung von Präsident Ahmed al-Scharaa (43) in Raqqa verschleppt.
Gemeinsam mit dem türkischen Journalisten Ahmed Polad soll Michelmann am 18. Januar festgenommen und in einem Auto abtransportiert worden sein. "Seitdem fehlt jedes Lebenszeichen von ihr. Wir sind in großer Sorge", erklärt ihr Bruder Antonius Michelmann nun gegenüber dem "Kölner Stadt-Anzeiger".
Demnach habe die 37-Jährige in den vergangenen Jahren in der selbstverwalteten kurdischen Region Rojava im Norden Syriens gelebt und für verschiedene kurdische Medien, etwa die Agentur ETHA und Özgür TV, gearbeitet.
Grund dafür sei ihr soziales Engagement gewesen, betont ihr Bruder: Seine Schwester habe sich "immer schon für Menschen eingesetzt, denen es schlecht ging. Bei Sozialberatungen oder der Flüchtlingssolidarität, in Kölner Jugendheimen, für Frauen mit gewalttätigen Männern."
Die deutsche Botschaft in der libanesischen Hauptstadt Beirut bemühe sich nach Angaben des Auswärtigen Amtes um eine Aufklärung des Falls.
Titelfoto: Gabriel Chaim/AP/dpa