Köln verteidigt fehlenden Putin-Wagen im Rosenmontagszug: "Das war kein Fehler"

Von Christoph Driessen

Köln - Kölner Karnevalisten haben ihren Verzicht auf einen Putin-Wagen im diesjährigen Rosenmontagszug verteidigt.

Auch ohne Putin-Wagen setzt der Kölner Rosenmontagszug in diesem Jahr auf klare politische Satire.
Auch ohne Putin-Wagen setzt der Kölner Rosenmontagszug in diesem Jahr auf klare politische Satire.  © Rolf Vennenbernd/dpa

"Das war kein Fehler", sagte Zugleiter Marc Michelske der Deutschen Presse-Agentur. Köln habe sich dafür entschieden, das Thema Putin dieses Jahr dem Düsseldorfer Wagenbauer Jacques Tilly zu überlassen.

Gegen Tilly hat die russische Justiz ein Strafverfahren wegen seiner Karnevalswagen eingeleitet. In der Vergangenheit fuhren auch im Kölner Rosenmontagszug Wagen mit, die sich kritisch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin auseinandersetzten.

Doch nun sagte Michelske: "Ich weiß, dass Jacques einen so guten Wagen machen wird, da freue ich mich schon drauf, den zu sehen." Die Kölner hätten sich mit Tilly in öffentlichen Statements solidarisiert, "durch einen Wagen müssen wir es aber aus meiner Sicht nicht machen".

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Angst vor russischen Repressalien sei kein Grund für die Entscheidung gewesen, betonte Michelske. "Für uns war am Ende, wie gesagt, wichtig, dass es einen Wagen geben wird. Jacques hat gesagt, er macht einen, und dann konnten wir uns auch einfach für ein anderes Thema entscheiden."

Kritik an Putin, Drohungen aus Russland

Ein Rosenmontagswagen zeigt Donald Trumps (79) Hintern mit Küssen übersät, unter anderem von Merz, Macron und der NATO.
Ein Rosenmontagswagen zeigt Donald Trumps (79) Hintern mit Küssen übersät, unter anderem von Merz, Macron und der NATO.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Tilly, dessen satirische Wagen in Düsseldorf regelmäßig auch international wahrgenommen werden, wird in Moskau vorgeworfen, Fakes über die russische Armee verbreitet zu haben. Seine Darstellungen seien eine Beleidigung für Putin als Oberbefehlshaber, hatte das russische Portal "Ostoroschno Nowosti" berichtet.

Tilly hat dazu gesagt, er sei Drohungen gewohnt und habe keine Angst. "Nur kann ich jetzt nicht mehr in bestimmte Länder reisen, die möglicherweise ein Auslieferungsabkommen mit Russland haben", sagte er. Aber das sei nichts im Vergleich zu dem, was etwa inhaftierte russische Oppositionelle auf sich nehmen müssten.

Der Kölner Rosenmontagszug zeigt dieses Jahr unter anderem US-Präsident Donald Trump (79), dessen Gesäß mit Küssen übersät ist, etwa von "Merz", "Macron" und "NATO". Auf einem anderen Wagen sieht man eine blaue AfD-Schlange, die im Stil der Python Kaa aus dem "Dschungelbuch" einen "deutschen Michel" umschlingt.

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Weitere Wagen behandeln die Aufrüstung, Grönland und KI. Auch Streitereien zwischen Union und SPD in der Bundesregierung werden persifliert - Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) und Vizekanzler Lars Klingbeil (47, SPD) sind zu sehen, wie sie sich in Sadomaso-Outfits gegenseitig Schmerzen bereiten.

Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

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