Köln - In weniger als zwei Wochen feiert der Kölner Karneval mit dem Rosenmontagszug (16. Februar) seinen Höhepunkt. Am Dienstag wurden die ersten Persiflage-Wagen vorgestellt.
Insgesamt 21 Persiflagen, die auf politische und gesellschaftsrelevante Themen anspielen, werden in diesem Jahr während des Umzugs zu sehen sein.
Die Planung dafür ist sehr aufwändig, wie Zugleiter Marc Michelske vom Festkomitee Kölner Karneval erklärt: "Seit dem Sommer treffe ich mich mit dem Team der sogenannten Kritzelköpp, um die Themen für den kommenden Zoch festzuzurren."Und die haben es wie gewohnt in sich. So wird auf einem Wagen etwa US-Präsident Donald Trump (79) gezeigt, wie er sich mit heruntergelassener Hose und nacktem Gesäß bückt. Der Clou: Auf seinem Hinterteil prangen etliche Kussmotive, etwa von NATO, EU, FIFA, aber auch Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU). Die Botschaft dürfte klar sein ...
Eine andere Persiflage nimmt zudem die aktuellen Umfragewerte in der Bundespolitik aufs Korn. Neben dem Satz "Mer dun et, weil mer blauäugig sin" ist darauf eine blaue Schlange zu sehen, die eine Figur des deutschen Michels im Würgegriff hält und ihn "politisch hypnotisiert", so die Karnevalisten.
Auffällig: Von einer Darstellung von Russland-Präsident Wladimir Putin (73) ist bislang nichts zu sehen. Das sei aber nicht der Furcht vor dem 73-Jährigen geschuldet, sondern soll eine Geste der Verbundenheit mit Düsseldorfs Wagenbauer Jacques Tilly (62) darstellen, gegen den die russische Justiz ein Strafverfahren wegen seiner Karnevalswagen eingeleitet hat.
"Ich bin da felsenfest überzeugt: Den besten Wagen Richtung Putin wird Jacques Tilly machen", begründet Michelske die Entscheidung gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
Kölner Karnevalisten wollen auch Wertschätzung und Dankbarkeit zeigen
Neben internationalen Themen widmen sich viele weitere Wagen insbesondere der Kölner Lokalpolitik. Besonders auffällig ist dabei eine Darstellung vom Ex-Bürgermeister und Bundeskanzler Konrad Adenauer (†91), der sich fragt: "Wat doot ihr all met Kölle?!"
Neben der Aktualität und Relevanz sei den Wagenbauern aber auch wichtig, Vielfalt darzustellen. Man wolle nicht nur mahnen und anklagen, so Michelske.
"Einige unserer Wagen zeigen unsere Wertschätzung und Dankbarkeit bei bestimmten Themen. Ich denke, die Mischung ist uns gelungen, und ich freue mich schon darauf, endlich zu sehen, wie die Wagen den Jecken gefallen."