Erzbistum Köln: "Change-Manager" soll Wandel bringen

Köln - Das Erzbistum Köln ist seit inzwischen mehreren Jahren von Skandalen geprägt. Tausende der nächsten liebenden Gläubigen treten aus oder sind enttäuscht. Jetzt sucht das Erzbistum Köln ganz offiziell einen "Change-Manager". Einen Manager für den Wandel.

Der Kölner Dom ist das wohl bekannteste Gotteshaus des Kölner Erzbistums.
Der Kölner Dom ist das wohl bekannteste Gotteshaus des Kölner Erzbistums.  © Dominik Knur

Doch was soll der "Change-Manager" im krisengeplagten Kölner Bistum bewirken?

Die Aufgaben in der Ausschreibung sind klar benannt. Die Organisation soll umgekrempelt werden. Die erste Herausforderung lautet wie folgt:

"Konzeption und Begleitung von (Culture-)Change-Prozessen"

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Eine neue Kultur in der Kirchenführung soll also her.

Der neue Posten im Erzbistum soll somit Kardinal Rainer Maria Woelki (65) professionell unter die Arme greifen und zeigen, wie man die Kirchenverwaltung professioneller aufstellt und besser leitet.

Mit neuen Ideen könnte der "Change-Manager" die Verwaltung des Erzbistums Köln wieder auffrischen.

Ob neue Ideen in der traditionell sehr konservativen Führung tatsächlich umgesetzt werden, bleibt natürlich fraglich. Doch der gesuchte Manager für den Wandel soll beraten und die "Transformationsprozesse" auch erklären.

Change-Manager bei der Kirche in Köln gesucht

Kurioserweise ist die Stelle auf 14 Monate befristet. Der Wandel in der Kirchen-Organisation soll also schnell kommen! Oder umgekehrt: Dem gesuchten "Change-Manager" wird wenig Zeit gegeben, die Lage zu bewerten, neue Ideen einzubringen und umzusetzen.

Die Person darf laut Ausschreibung des Generalvikariats übrigens männlich, weiblich oder auch divers sein. Sogar der katholische Glaube ist, wie bei vielen anderen Jobs in der Kirche, nicht als besondere Bedingung genannt.

Kardinal Rainer Maria Woelki (65) führt weiter das Erzbistum Köln
Kardinal Rainer Maria Woelki (65) führt weiter das Erzbistum Köln  © Henning Kaiser/dpa

Andauernde Misere im Erzbistum Köln

Die Misere des Bistums in Köln dauert seit Jahren an. Als besonders skandalös gelten bis heute vertuschte Missbrauchsfälle, von denen auch die Kirchen-Spitze wusste. Dazu kamen hinausgezögerte Gutachten und enorme Kosten für Krisen-Kommunikation.

Ebenfalls bizarr: Die Kirche zahlte insgesamt 1,15 Millionen Euro für einen verschuldeten Priester! Der Priester habe knapp 500.000 Euro Schulden gehabt, hatte ein Sprecher des Erzbistums bestätigt. Das Erzbistum half ihm in der "akuten Notlage" und musste zusätzlich Steuern nachzahlen.

Kardinal Woelki steht weiterhin an der Spitze des Bistums, muss sich aber dauerhaft gegen Kritiker verteidigen.

Titelfoto: Montage: Dominik Knur / Henning Kaiser/dpa

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