Er ging vor 50.000 Fans auf die Knie: Ermittlungen gegen Amateur-Schiri wegen Vortäuschung von Straftaten?
Köln - Seine Geschichte hat bundesweit Schlagzeilen gemacht: Vor rund 50.000 Zuschauern ist Amateur-Schiri Pascal Kaiser (27) vor dem Bundesligaspiel zwischen dem 1. FC Köln und dem VfL Wolfsburg vor seinem Partner auf die Knie gegangen, um die Frage aller Fragen zu stellen. Doch nun droht ihm juristischer Ärger.
Hintergrund dazu sind etliche Drohmails sowie zwei angebliche Angriffe auf den 27-Jährigen, die sich einige Tage nach dem Antrag ereignet haben sollen und die Kaiser selbst in den sozialen Medien publik gemacht hatte. Unter anderem veröffentlichte er auf seinem Instagram-Kanal ein Foto, das ihn mit blauem und zugeschwollenem Auge zeigt.
Vor allem im Netz verbreitete sich die Geschichte daraufhin rasend schnell. Viele User vermuteten ein homophobes Motiv hinter den Angriffen.
Auch der 1. FC Köln hatte sich zu Wort gemeldet und die Attacken scharf verurteilt: "Der blanke Hass, der hinter dieser feigen Attacke steckt, bestätigt auf abscheuliche Art und Weise, wie wichtig unser Engagement als FC-Familie gegen jegliche Form von Gewalt ist", teilte der Verein auf Instagram mit.
Inzwischen scheint sich das Blatt aber gewendet zu haben: Wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtet, hegt die Kölner Staatsanwaltschaft den Verdacht, Kaiser und sein Lebensgefährte könnten sowohl die Drohungen gegen ihn als auch die beiden Angriffe fingiert haben.
Polizei stellt Datenträger bei Hausdurchsuchung von Amateur-Schiri Pascal Kaiser sicher
Auf diese Spur seien IT-Forensiker der Kölner Polizei gekommen, heißt es weiter. Diese hätten während der laufenden Ermittlungen entsprechende Erkenntnisse gewonnen. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnräume seien daher etliche Datenträger, darunter die Handys von Kaiser und seinem Verlobten, sichergestellt worden, die nun ausgewertet werden müssten.
Die Staatsanwaltschaft bestätigte dem Blatt zudem, "gegen einen in Wermelskirchen wohnhaften Mann Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts des Vortäuschens von Straftaten aufgenommen zu haben".
Ob es sich dabei aber tatsächlich um Kaiser handelt, wollte der Sprecher "mit Blick auf die im Ermittlungsverfahren geltende Unschuldsvermutung und von mir zu wahrenden Persönlichkeitsrechte Verfahrensbeteiligter ausdrücklich nicht" verraten.
Titelfoto: Bildmontage: IMAGO / Beautiful Sports, Federico Gambarini/dpa
