Eintrittspreis steht: So viel müssen Besucher bald für den Kölner Dom blechen
Von Marco Rauch und Alina Eultgem
Köln - Wer den Kölner Dom besichtigen möchte, muss dafür ab dem 1. Juli erstmals tief in die Tasche greifen: Der Eintritt kostet dann zwölf Euro pro Person.
Mit der neuen Gebühr will das Domkapitel die steigenden Kosten für Betrieb, Sicherheit und Instandhaltung decken. Hintergrund: Der Dom schreibt seit Jahren rote Zahlen.
"Wir sind in die Situation gekommen, dass die Reserven des Kölner Doms auf absehbare Zeit aufgebraucht sind", erklärte Domrendant Clemens van de Ven.
Komplett kostenlos bleibt der Dom aber für Gottesdienstbesucher und Mitglieder des Dombau-Vereins. Auch für ein stilles Gebet oder das Anzünden von Kerzen gibt es weiterhin kostenlose Bereiche.
Über den Nordeingang am Hauptbahnhof können Besucher nach wie vor gratis zum Beten in einen Teil des Doms gelangen. Über den westlichen Haupteingang müsse man das Ticket lösen.
Zwölf Euro fürs Wahrzeichen: Nicht alle sind begeistert
Die Entscheidung sorgt in Köln weiter für Diskussionen. Befürworter verweisen darauf, dass andere Kathedralen wie der Mailänder Dom oder die Londoner St. Paul's-Kathedrale ebenfalls Eintritt kosten.
Gegner befürchten, dass der Dom seine Funktion als für alle zugängliches Herz der Stadt einbüßen wird, wenn der Besuch nicht mehr frei ist.
Die frühere Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner, die heute den Zentral-Dombau-Verein leitet, hatte vor der Bekanntgabe des Preises betont, es sei wichtig, dass der Eintritt unter zehn Euro bleibe. Nun sind es zwölf Euro
An einigen Tagen im Jahr bleibt der Eintritt für alle kostenlos, darunter rund um das Dreikönigsfest, am 1. Mai und am Tag der Deutschen Einheit.
Erstmeldung am 2. Juni um 5.55 Uhr, Update um 11.59 Uhr.
Titelfoto: Henning Kaiser/dpa

