Neue Regeln für Uber-Fahrten in Köln: Das ändert sich jetzt
Von Petra Albers und Alina Eultgem
Köln - In Köln gelten jetzt Mindestpreise bei Mietwagenfahrten. Fahrten mit Anbietern wie Uber oder Bolt dürfen nur noch maximal 20 Prozent günstiger sein als mit einem Taxi.
Dadurch sollen nach Angaben der Stadt gleiche und faire Wettbewerbsbedingungen geschaffen werden. Eine entsprechende Allgemeinverfügung der Stadt ist nun in Kraft getreten.
"Dass es jetzt mit den Mindestpreisen losgeht, ist eine Erleichterung für die ganze Branche", sagte Alexander Mönch, Deutschland-Chef der Taxi-Vermittlungsplattform Freenow.
Köln beweise hier "echten Pioniergeist". Als Nächstes müssten einheitliche Rahmenbedingungen auf Bundesebene geschaffen werden, forderte er.
"Wir brauchen Preisflexibilität auf dem Markt", sagte dagegen Max Zombek vom Bundesverband "wirfahren", der die Interessen von Mietwagenunternehmen vertritt.
Menschen, die sich bisher aus Preisgründen kein Taxi leisten konnten, würden durch die neue Regelung von bezahlbarer Mobilität ausgeschlossen.
Nicht nur Uber betroffen: Taxi-Tarife ziehen an
Wer einen Mietwagen-Dienst wie Uber oder Bolt nutzt, kann die Fahrt ganz bequem per App buchen und sieht den Preis schon vorab. Bislang waren solche Fahrten oft deutlich günstiger als mit einem klassischen Taxi.
Für Taxis gelten dagegen feste Tarife, die von den Städten selbst festgelegt werden. In Köln wurde der Kilometerpreis nun von 2,60 Euro auf 2,90 Euro angehoben. Die Erhöhung ist ebenfalls bereits in Kraft.
Als erste Stadt in Nordrhein-Westfalen hatte Essen schon im Januar Mindestpreise für Mietwagenfahrten eingeführt. Doch nach einer Eilentscheidung des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen musste die Stadt die Regelung Anfang April vorerst wieder aussetzen.
Nach Ansicht des Gerichts ist die Verfügung in ihrer bisherigen Form nicht rechtmäßig. Damit bekamen eine Mietwagenfirma und ein Vermittlungsunternehmen mit ihrer Klage zunächst Recht.
Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

