Rheinpegel sinkt auf historisches Tief: Warum der Fluss jetzt neu vermessen wird
Von Volker Danisch
Köln/Düsseldorf/Duisburg - Der schmale Rhein wird nach Rekord-Tiefständen neu vermessen. An mehreren Orten starten am Dienstag für diese Aktion Schiffe des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Rhein.
Bei der gleichzeitigen Fahrt stromabwärts werde der Wasserspiegel des Rheins über die gesamte Flussstrecke erfasst, sagte Sprecher Moritz Axt.
Das helfe, Berechnungsmodelle für Wasserstände und Strömungsverhältnisse zu überprüfen. Bei einem Vergleich mit früheren Messungen könnten auch Veränderungen der Flusssohle durch Erosion oder Ablagerung erkannt werden.
Die Daten lieferten wichtige Informationen für die Ermittlung der Fahrrinnentiefen für die Schifffahrt, erläuterte Axt.
Am Wochenende waren historische Tiefstände des Rheins an wichtigen Messstationen in Nordrhein-Westfalen verzeichnet worden.
Am Donnerstag und Freitag werden noch drastischere Tiefstände für Köln, Düsseldorf, Duisburg-Ruhrort und Emmerich erwartet. "Es spitzt sich alles voraussichtlich noch stärker zu", sagte Sprecher Moritz Axt.
Schiffe können nur noch wenige Güter laden
Die Fahrrinne ist deutlich tiefer als der jeweilige Pegelstand am Ufer. Das variiert jedoch von Abschnitt zu Abschnitt.
Schiffe können weiterhin fahren, allerdings mit weniger Ladung.
Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt weist angesichts der niedrigen Wasserstände am Rhein und an der Donau auf erheblichen Mehraufwand und Mehrkosten hin.
"Je nach Ladung und Fahrtgebiet sind Schiffe mit weniger als einem Viertel der sonst üblichen Zuladung unterwegs."
Die Güter müssten auf mehr Schiffe verteilt werden.
Titelfoto: Oliver Berg/dpa

