Stadt zieht Bomben-Bilanz: So viele Blindgänger wurden 2025 in Köln gefunden

Köln - Auch mehr als 80 Jahre nach seinem Ende sind die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs in Köln noch regelmäßig zu spüren. Das zeigen die stetigen Bombenfunde bei Bau- und Sondierungsarbeiten. Doch wie viele Blindgänger wurden 2025 wirklich entdeckt?

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Nordrhein-Westfalen hatte in Köln im vergangenen Jahr alle Hände voll zu tun. (Symbolbild)
Der Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Nordrhein-Westfalen hatte in Köln im vergangenen Jahr alle Hände voll zu tun. (Symbolbild)  © Oliver Berg/dpa

Genau das hat der Bereich "Kampfmittelangelegenheiten" des Ordnungsamtes der Stadt Köln in seiner Bomben-Bilanz für das vergangene Jahr herausgearbeitet. Demnach habe es 2025 insgesamt 50 Funde von Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg auf Kölner Stadtgebiet gegeben.

Darunter waren den Angaben nach 24 sogenannte Sprengbomben, die insgesamt 19 Evakuierungen der Bürgerinnen und Bürger nötig machten.

23 Sprengbomben (21-mal mit Aufschlagzünder, zweimal mit Langzeitzünder) wurden dabei per Entschärfung beseitigt, während eine Bombe keinen funktionsfähigen Zünder mehr hatte und von den Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes gefahrlos abtransportiert werden konnte.

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Die größten gefundenen Blindgänger waren zwei 20-Zentner-Bomben, die im Juni im Bereich der Deutzer Werft entdeckt wurden und die Evakuierung von rund 20.000 Kölnerinnen und Kölnern nötig machten. Darüber hinaus wurden fünf Zehn-Zentner-Bomben, 16 Fünf-Zentner-Bomben sowie eine Zweieinhalb-Zentner-Bombe gefunden.

Längste Evakuierung nach Bombenfund in Köln dauerte im Jahr 2025 16 Stunden

Insgesamt 24 Sprengbomben wurden allein 2025 auf Kölner Stadtgebiet gefunden. (Symbolbild)
Insgesamt 24 Sprengbomben wurden allein 2025 auf Kölner Stadtgebiet gefunden. (Symbolbild)  © Rolf Vennenbernd/dpa

Im Verlauf des Jahres wurden zudem insgesamt 26 Brandbomben entdeckt. Diese konnten allesamt durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst gefahrlos abtransportiert werden, ohne dass besondere Maßnahmen getroffen werden mussten.

Außerdem wurden 27 kleinere Kampfmittel wie Granaten, Munition und ähnliches gefunden. 16 verdächtige Gegenstände stellten sich nicht als Kampfmittel heraus.

Die längste Evakuierung des Jahres fand derweil im Mai im Bereich der Hardefuststraße/Sachsenring in Neustadt/Süd statt. Damals vergingen von der Alarmierung bis zur endgültigen Entschärfung 16 Stunden. Der nächtliche Einsatz war nötig, weil der Blindgänger von einem Baustellenfahrzeug bewegt wurde und daher unverzüglich entschärft werden musste.

Titelfoto: Bildmontage: Oliver Berg/dpa, Rolf Vennenbernd/dpa

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