Vorerst keine Partys mehr: Kölner Club Bahnhof Ehrenfeld schließt die Pforten

Köln – Ungeimpft oder geimpft: Das Leben wird sich in den kommenden Wochen höchstwahrscheinlich für viele verändern. Die Zahlen steigen und das veranlasste den Kölner Club Bahnhof Ehrenfeld zum Einstellen all seiner Partys. Die Betreiber äußerten sich kritisch zum aktuellen Politik-Geschehen.

Der Club Bahnhof Ehrenfeld mit seinem Gewölbe unter den Bahnschienen ist ein beliebter Ort für Partys und Konzerte. (Archivbild)
Der Club Bahnhof Ehrenfeld mit seinem Gewölbe unter den Bahnschienen ist ein beliebter Ort für Partys und Konzerte. (Archivbild)  © Henning Kaiser/dpa

Die Eigentümer verkündeten die traurige Nachricht am Abend. Für sie und auch für die Gäste des Clubs eine Art Déjà-vu: Vor rund einem Jahr gab es diese Situation bereits. Clubs mussten schließen und bangten um ihre Existenz.

Doch nun wird eine Schließung (noch) nicht von der Politik vorgegeben. Der Club im Kölner Westen entschied sich aus freien Stücken dazu.

"Und so bitter es ist, möchten wir genau wie zu Beginn der Pandemie erneut nicht weiter auf die Politik warten, bis diese endlich ihrer Verantwortung für die Menschen gerecht wird", schrieben die Betreiber bei Instagram.

Köln: Nach mutmaßlichem Brandanschlag auf Moschee: Polizei erst nach Stunden informiert!
Köln Nach mutmaßlichem Brandanschlag auf Moschee: Polizei erst nach Stunden informiert!

Der Club im Stadtteil Ehrenfeld gab bekannt, dass gemeinsam mit allen Veranstalterinnen und Veranstaltern sowie Künstlerinnen und Künstlern beschlossen wurde, "alle Partyveranstaltungen im CBE und YUCA bis auf Weiteres abzusagen".

"Wir sehen uns ob des hohen Infektionsdrucks nicht in der Lage, diese Veranstaltungen wie geplant und vor allem sicher für alle Beteiligten durchzuführen", hieß es weiter.

CBE teilt traurige Nachricht bei Instagram

CBE appelliert: "Lasst Euch impfen!"

Unter anderem das "c/o pop"-Festival fand in den vergangenen Jahren in den verschiedenen Hallen des Clubs statt. (Archivbild)
Unter anderem das "c/o pop"-Festival fand in den vergangenen Jahren in den verschiedenen Hallen des Clubs statt. (Archivbild)  © Henning Kaiser/dpa

Wie es in den kommenden Wochen weitergehen werde, wissen auch die Besitzer nicht: "Klar ist aber auch, dass wir im CBE und YUCA nicht mit voller Auslastung weiter tanzen möchten, während in Teilen unseres Landes die pandemische Lage vollkommen außer Kontrolle gerät."

Die Organisatoren werden in den kommenden Wochen versuchen, bereits gebuchte Konzerte unter der 2G-plus-Regelung stattfinden zu lassen. Gäste, die bereits Tickets gebucht haben, sollen sich dennoch rechtzeitig informieren, ob ihr Konzert wirklich stattfinden kann.

"Das alles tut so weh", so der CBE und holte zu einem Rundumschlag gegen die Entscheidungsträger aus: "Es ist Wahnsinn, dass wir als Teil der Kulturszene wegen eines solch dramatischen Politikversagens erneut kurz vor einem Lockdown stehen."

Köln: Teure Berater: Missbrauchs-Aufarbeitung des Erzbistum Köln kostet 2,8 Millionen Euro!
Köln Teure Berater: Missbrauchs-Aufarbeitung des Erzbistum Köln kostet 2,8 Millionen Euro!

Und weiter: "Um so schwerer wiegt es in unseren Augen, dass viele Menschen in diesem Land anscheinend immer noch nicht verstanden haben, dass eine Impfung nicht nur eine individuelle Entscheidung ist, sondern praktizierte Solidarität."

Den Post beendeten sie mit den Worten: "Lasst Euch impfen!"

Titelfoto: Henning Kaiser/dpa

Mehr zum Thema Köln Lokal: