Olympische Spiele in Köln: Wer bezahlt das eigentlich?

Köln - Die olympische Flamme brennt vor dem Kölner Dom, ein Marathon führt am Rhein entlang durch die Innenstadt, in der Lanxess-Arena gibt sich das Who's who der internationalen Turnszene die Klinke in die Hand - die Vorstellung von Olympischen und Paralympischen Sommerspielen in NRW könnte tatsächlich Realität werden. Doch wer soll das alles zahlen?

Vor dem Kölner Dom könnte schon in einigen Jahren die olympische Flamme brennen. (Archivfoto)  © Roberto Pfeil/dpa

Insgesamt 4,8 Milliarden Euro hat die Durchführung der vergangenen Olympischen Sommerspiele in Paris gekostet. Ein Batzen Geld - insbesondere für eine notorisch klamme Stadt wie Köln. 

Oberbürgermeister Torsten Burmester (63, SPD) gibt im Podcast "INSIDE Stadt Köln" aber Entwarnung: "Dieses Budget ist komplett privat finanziert, kein öffentlicher Cent geht in dieses Budget."

Hinzu kommt, dass das Sport-Event natürlich auch Geld einbringen würde, etwa durch Ticketverkäufe und einen Tourismus-Boom.

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Paris habe so etwa einen Überschuss von 70 Millionen Euro erwirtschaften können, erklärt Burmester und betont: "Aufgrund der hohen Zahl von Tickets, die wir in NRW zur Verfügung hätten, gehen wir inzwischen von mindestens 370 Millionen Euro Überschuss aus. Insofern ist es ein hervorragendes, auch durchdachtes Event."

Freilich müssten für die Durchführung der Spiele zwar auch erhebliche Investitionen, etwa in den Ausbau des ÖPNV oder die Modernisierung der Sportstätten, getätigt werden. Aber: Diese Investitionen stehen so oder so an, wie der SPD-Politiker verrät: "Es muss und wird einen Sanierungsimpuls geben. 80 Prozent unserer Sportstätten in Köln sind nach unserer eigenen Einschätzung sanierungsbedürftig."

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Kommen die Olympischen und Paralympischen Spiele nach NRW? Über eine Bewerbung dafür dürfen die Bürger bis zum 19. April entscheiden. (Symbolfoto)  © Zheng Huansong/XinHua/dpa

Stadt Köln will auf Bau von "Weißen Elefanten" verzichten

Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester (63, SPD) war selbst lange Vorstandschef beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und weiß daher genau, welche Herausforderungen auf die Domstadt zukommen würden.  © Oliver Berg/dpa

Hinzu kommt, dass die Stadt ein Konzept erarbeitet hat, das ohne große Neubauten auskommen soll. Stattdessen wolle man auf die bestehenden Sportstätten zurückgreifen und diese modernisieren, berichtet Sven Stolz, Leiter des Sportamts der Stadt Köln. 

So könnten in der Lanxess-Arena Sportarten wie Bodenturnen, Geräteturnen oder rhythmische Sportgymnastik stattfinden, während im RheinEnergie-Stadion Fußball- und Rugbypartien ausgetragen werden. Auf den Jahnwiesen vor dem Stadion könnten etwa die Bogenschützinnen und Bogenschützen ihre Wettkämpfe austragen, im Sportpark Müngersdorf die Radrennfahrer. 

Ergänzt werden sollen die Sportstätten maximal von temporären Bauten, verrät Stolz: "Es werden keine sogenannten 'Weißen Elefanten' erzeugt - also große Stadien, die nach den Spielen leer stehen und einfach verkommen."

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Ein Beispiel dafür könnte sich im Kölner Norden finden. Dort wird schon seit Jahren ein neues Stadtquartier geplant: Köln-Kreuzfeld. Die Olympischen Spiele könnten hier ein Booster sein: Auf dem Areal soll das Olympische Dorf sowie ein temporäres Leichtathletikstadion entstehen. Beide Bauten sollen nach Abschluss der Spiele allerdings zu Wohnraum umgewidmet werden. 

Bis zum 19. April können Kölnerinnen und Kölner in einem Ratsbürgerentscheid darüber abstimmen, ob sich die Domstadt gemeinsam mit 16 anderen NRW-Städten tatsächlich für die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben soll.

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