Kreisliga-Knall! Wiederholungsspiel schlägt hohe Wellen im Kölner Amateurfußball

Köln - Am Sonntagnachmittag hat sich die Zweitvertretung des FC Pesch mit einem 4:2-Sieg gegen Olympia Köln den Klassenerhalt in der Kölner Kreisliga A gesichert. Stattdessen muss der SC Köln-West den bitteren Gang antreten. Dass das Spiel überhaupt stattgefunden hat, sorgt allerdings für hohe Wellen im Netz.

Der 19-jährige Schiedsrichter hat seine aktive Laufbahn inzwischen beendet. (Symbolbild)  © David Inderlied/dpa

Eigentlich wurde die Partie schon Anfang Juni ausgetragen. Damals gelang Olympia in der Nachspielzeit der 4:3-Führungstreffer gegen die Blau-Weißen, die mit diesem Ergebnis abgestiegen wären.

Dann eskalierte die Situation: Ein zu diesem Zeitpunkt bereits vom Platz gestellter Spieler der Pescher soll den Schiedsrichter (19) aggressiv angegangen und so massiv bedroht haben, dass dieser einen körperlichen Angriff befürchtete und die Partie abpfiff. "Mehrere Zeugen bestätigen das", teilt Olympia Köln bei Instagram mit.

Bei einer anschließenden Anhörung entschied das zuständige Kreissportgericht dann, dass die Auslegung des Referees richtig sei und das Spiel mit 2:0 für Olympia gewertet werden solle. Zudem wurde der Spieler für sechs Spiele gesperrt.

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Der FC Pesch legte allerdings Berufung ein - und hatte damit Erfolg. Das Kölner Bezirkssportgericht entschied sich dazu, die Partie mitten in der Sommerpause nachzuholen. Als Grund gaben die Verantwortlichen an, dass der Schiedsrichter nicht alles ihm Mögliche getan habe, um das Spiel zu Ende zu bringen.

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Landesligaspieler durften im Abstiegs-Endspiel für den FC Pesch auflaufen

Besonders krass: Für das Wiederholungsspiel, das am Sonntag unter Ausschluss der Öffentlichkeit und unter Polizeischutz stattfand, galten bereits die Spielberechtigungen für die anstehende Saison. Heißt konkret: Sowohl Neuzugänge der Pescher als auch Spieler aus der zwei Spielklassen höheren Landesliga-Mannschaft der Blau-Weißen durften eingesetzt werden.

Und von dieser Möglichkeit haben die Pescher laut WDR auch kräftig Gebrauch gemacht. Demnach standen lediglich drei Spieler in der Startelf, die in den letzten Partien in der abgelaufenen Saison für die zweite Mannschaft aufgelaufen waren.

Während Olympia Köln selbst keine Konsequenzen aus der Niederlage hat und nur um die sprichwörtliche Goldene Ananas spielte, sind die Leidtragenden der stattdessen nachträglich abgestiegene SC Köln-West und der erst 19-jährige Schiedsrichter. Der habe seine aktive Laufbahn inzwischen beendet, teilt Olympia mit. "Weil dieses Urteil aus seiner Sicht ein falsches Signal an alle Unparteiischen ist", heißt es in dem Post.

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