Vermisste Journalistin in Syrien: Familie macht Druck auf Merz

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Von Christoph Driessen

Köln - Angehörige der in Syrien vermissten deutschen Journalistin Eva Maria Michelmann (36) haben Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) aufgefordert, ihre Freilassung zur Chefsache zu machen.

Rotraut Hake-Michelmann und ihr Sohn Antonius Michelmann sprechen in Köln über ihre große Sorge um die vermisste Journalistin.
Rotraut Hake-Michelmann und ihr Sohn Antonius Michelmann sprechen in Köln über ihre große Sorge um die vermisste Journalistin.  © Oliver Berg/dpa

In einem offenen Brief appellierten 160 Unterzeichner auch an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und EU-Kommissionspräsidenten Ursula von der Leyen, sich für die Freilassung einzusetzen.

Das Auswärtige Amt hatte in der vergangenen Woche erstmals Kontakt zu der seit drei Monaten vermissten Journalistin aufnehmen können.

Nach Angaben der Anwaltskanzlei, die Michelmann vertritt, wurde sie am 18. Januar zusammen mit dem aus der Türkei stammenden kurdischen Journalisten Ahmet Polad in Syrien verschleppt.

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Die Mutter der Journalistin, Rotraut Hake-Michelmann, sagte bei einer Pressekonferenz in Köln, sie sei zumindest erleichtert darüber, dass ihre Tochter noch lebe. Vom Auswärtigen Amt habe es bisher allerdings nur "schöne Sprüche" gegeben.

Zwar sei zugesichert worden, dass sich die Botschaft in Damaskus um den Fall kümmere. "Aber das sind schöne Worte. Da müssen Taten folgen."

Anwalt spricht von möglicher Folter in Isolationshaft

Anwalt Frank Jasenski warnt vor unmenschlichen Haftbedingungen und fordert die sofortige Freilassung der Journalistin.
Anwalt Frank Jasenski warnt vor unmenschlichen Haftbedingungen und fordert die sofortige Freilassung der Journalistin.  © Oliver Berg/dpa

Der Anwalt Frank Jasenski sagte, er vermute, dass Michelmann unter unmenschlichen Haftbedingungen festgehalten werde. Dies müsse klar der jetzigen syrischen Regierung angelastet werden. Sie müsse jetzt sofort freigelassen werden, ebenso wie Polad.

Die Haft dauere jetzt schon drei Monate, ohne dass den Betroffenen erlaubt worden wäre, Kontakt zur Außenwelt aufzunehmen. Eine Isolationshaft von so langer Dauer werde allgemein als Folter angesehen. Antonius Michelmann sagte, seine Schwester sei "über Stunden und Tage verhört" worden. Es müsse ihr folglich "wirklich dreckig gehen". 

Den Angaben zufolge arbeitete die aus Köln stammende Michelmann seit 2022 in Syrien als freie Journalistin. Sie machte sich demnach unter anderem für Frauenrechte stark.

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Das Auswärtige Amt äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht zu der Kritik.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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