Das war's mit der Lindenstraße: Nie wieder Spiegelei! 

Köln/München - Der skandalöse erste Schwulenkuss - zack, Spiegelei. Bennos Tod, Spiegelei. Die Nachbarn haben keine Hausordnung gemacht? Spiegelei... Bei Familie Beimer in der "Lindenstraße" wurden schlimmste Ereignisse meist mit gebratenem Ei kompensiert. Der Cholesterin-Wert von "Mutter Beimer" muss in den über 34 Jahren gefährliche Höhen angenommen haben. Heute ist's vorbei damit: Mit Folge 1758 endet die "Lindenstraße".

Einmal Mutter, immer Mutter:  die Mutter der Nation "Beimer" alias Marie-Luise Marjan (79).
Einmal Mutter, immer Mutter:  die Mutter der Nation "Beimer" alias Marie-Luise Marjan (79).  © WDR

Es ist der 8. Dezember 1985, 18.40 Uhr: Die "Lindenstraße" geht on air - zum ersten Mal. Seither fiebern Fans mit all den Bewohnern der engen Straße. Über zehn Millionen sind anfangs noch dabei.

Gedreht wird auf dem WDR-Gelände in Köln-Bocklemünd. Die Lindenstraße allerdings liegt angeblich in München. 

Der letzte Drehtag war kurz vor Weihnachten 2019. Einige der bereits verstaubten Requisiten gingen an Museen. Die Küche von "Helga Beimer" (Marie-Luise Marjan, 79) steht gar im "Bonner Haus der Geschichte", das "Technik Museum Speyer" hat sich des Restaurants "Akropolis" und des  "Cafés Bayer" angenommen... Liebhaberstücke landen beim Fan-Flohmarkt. 

Klappe. Aus. Vorbei. Die letzte Folge heißt "Auf Wiedersehen". Na klar.

Der Schluss wurde gehütet wie ein Staatsgeheimnis. Selbst intensivste Recherche bringt keine Ergebnisse. Noch ist nichts zum Inhalt an die Öffentlichkeit gedrungen. Vielleicht ist das auch gut so - da steigt die Spannung aufs letzte Mal... 

Denn: "Über das Ende haben wir uns lange die Köpfe zerbrochen", so Produzentin Hana Geißendörfer. Es sei dramaturgisch nicht leicht gewesen, alle Figuren so an einen Punkt zu bringen, dass sich die Zuschauer von ihnen verabschieden könnten. "Ich hoffe, es ist uns gelungen. Für uns fühlt es sich zumindest rund an." 

Was war das Besondere an der Lindenstraße?

Wehmut bei Marie-Luise Marjan - die letzte Klappe gab's kurz vor Weihnachten 2019..
Wehmut bei Marie-Luise Marjan - die letzte Klappe gab's kurz vor Weihnachten 2019..  © Facebook/Lindenstraße

Die Aktualität! Die Produzenten drehten immer wieder auch kurz vor der Ausstrahlung Szenen mit aktuellem Inhalt nach. Dialoge zu nahezu tagesaktuellen Ereignissen wie Flugzeugabstürzen und Erdbeben oder politischen Geschehnissen wie Bundestagsbeschlüssen oder Revolutionen im Ausland sind in den meisten Folgen eingewoben. 

So wurden bei der Bundestagswahl 1998 vier Versionen über den Ausgang vorbereitet. Bei der Bundestagswahl 2005 wurde Bezug auf den Tod einer Direktkandidatin und die damit verbundene Nachwahl in Dresden genommen. 

In der Folge am Sonntag der Bundestagswahl 2009 war die erste Hochrechnung von 18.14 Uhr zu sehen. 

Selbst die nach dem Ende der Produktion am 8. März 2020 ausgestrahlte Folge 1755 wurde noch im Nachhinein mit dem Ton eines Tagesschau-Berichtes zur Coronavirus-Pandemie versehen.

Übrigens, bevor das allerletzte Spektakel (18.50 Uhr) startet, zeigt die ARD 18.00 Uhr eine WDR-Dokumentation: "Bye bye Lindenstraße" - den Rückblick auf drei Jahrzehnte der Kultserie. Neben Ausschnitten aus der "Lindenstraße" gibt's zeithistorisches Archivmaterial aus der "Tagesschau", und aktuelle sowie ehemalige Darsteller kommen zu Wort. Auf Wiedersehen!

Titelfoto: Montage/WDR

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