Wollte er die Rocker-Flucht aus dem Knast vertuschen? NRW-Justizchef im Kreuzfeuer!

Euskirchen - Nach der Flucht eines kriminellen Rockers aus dem Gefängnis in Euskirchen hat NRW-Justizminister Benjamin Limbach (53, Grüne) den Vorwurf zurückgewiesen, den Rechtsausschuss verspätet über den Vorfall informiert zu haben.

Bei dem Geflüchteten soll es sich um einen ehemaligen Boss der verbotenen Rockergruppe Bandidos handeln.
Bei dem Geflüchteten soll es sich um einen ehemaligen Boss der verbotenen Rockergruppe Bandidos handeln.  © Marius Becker/dpa

Es sei gängige Praxis und Absprache, dem Rechtsausschuss nicht über jede Entweichung aus dem offenen Vollzug zu berichten, sagte Limbach am Dienstag in einer Sondersitzung des Rechtsausschusses.

Er habe es in diesem Fall entgegen der Praxis dennoch getan, weil eine Zeitung über den Fall berichten wollte.

Der 35-Jährige sollte im kommenden Juni entlassen werden und war zur Vorbereitung der Freilassung vom geschlossenen in den offenen Vollzug verlegt worden, aus dem er am 16. Januar verschwunden war.

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Die "Bild"-Zeitung hatte berichtet, der Strafgefangene sei ein ehemaliger Boss der verbotenen Rockergruppe Bandidos. Er sei nach einer Schießerei mit einem Hells-Angels-Rivalen wegen illegalen Waffenbesitzes verurteilt worden.

Auch kurz vor seinem Haftantritt 2021 sei er untergetaucht.

Nun soll der Mann dem Bericht zufolge bei einem Hofgang verschwunden sein.

Titelfoto: Marius Becker/dpa

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