Von Lutz Brose
Leipzig - Der Unmut über die Gleisarbeiten am Leipziger Hauptbahnhof lässt nicht nach, Autofahrer stehen im Stau, Straßenbahnen werden umgeleitet. Seit Jahren werden hier immer wieder Arbeiten dieser Art durchgeführt. Nüchtern betrachtet ist das die logische Konsequenz.
Mit 171,2 Millionen Fahrgästen vermeldeten die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) für das vergangene Jahr ein neues Rekordergebnis.
An der Haltestelle Hauptbahnhof wurden 2025 an Werktagen (Montag bis Freitag) täglich 60.000 Personen gezählt, die in Bus und Straßenbahn einstiegen. Indes überquerten rund 41.500 Fahrzeuge laut Verkehrsmessungskarte der Stadt Leipzig die Gleiskurve an der Kurt-Schumacher-Straße.
Nirgendwo sonst in der Stadt ist das Gleismaterial einer derart hohen Belastung ausgesetzt wie an dieser Stelle.
"Gleiskurven in hoch belasteten Bereichen wie am Hauptbahnhof unterliegen durch enge Radien, hohe Verkehrsbelastung und Brems- und Beschleunigungsvorgänge einem überdurchschnittlichen Verschleiß (insbesondere Riffelbildung, Materialermüdung und Profilabnutzung)", so eine Sprecherin der L-Gruppe auf TAG24-Anfrage zur neuerlichen Baumaßnahme.
Bauphase zwei läuft seit Montag
Die LVB verlegen standardisierte Rillenschienenprofile, obwohl längst Schienenprofile mit höherer Stahlgüte sowie höherem Härtegrad auf dem Markt sind.
Dazu erklärt LVB-Sprecher Marc Backhaus, "dass eine einfache Veränderung nicht sinnvoll ist, da diese mit den Güten der Radreifen unserer Fahrzeuge abgestimmt sind. Eine einseitige Veränderung führt zu einem erhöhten oder verminderten Verschleiß des jeweils anderen."
Am Montag wurden die Arbeiten zur zweiten Bauphase mit vollständiger Sperrung der Gleise A, B, C und D an der Gleiskreuzung westlich des Bahnhofsvorplatzes begonnen.
Die Baumaßnahme soll am 16. August abgeschlossen werden.