Leipzigs OB-Bewerber Wiesner (AfD) will Rathaus umkrempeln: "Bereit, unbequeme Entscheidungen zu treffen"

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Von Andreas Tappert

Leipzig - Die Alternative für Deutschland (AfD) hat die Politik in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern aufgemischt – jetzt tritt sie zur Oberbürgermeister-Wahl in Leipzig mit großen Zielen an. Sie will gewinnen, und ihr Kandidat Alexander Wiesner (37) soll diese Mammutaufgabe vollbringen. Aber wer ist der Mann, den in Leipzig niemand kennt und der Oberbürgermeister werden will?

Die Leipziger AfD-Fraktion hat Alexander Wiesner (37) ins Rennen um den OB-Posten geschickt.
Die Leipziger AfD-Fraktion hat Alexander Wiesner (37) ins Rennen um den OB-Posten geschickt.

Alexander Wiesner kann sich gut erinnern, wie er 2012 zur AfD fand. "Ich fuhr um 23.30 Uhr nach einer Studentenparty mit der Straßenbahn nach Hause", erzählt er. "In Marienbrunn fielen plötzlich zwei Kosovaren über mich her, haben mich zusammengeschlagen und ausgeraubt", erklärt er im TAG24-Interview.

Sein Nasenbein wurde gebrochen und die untere Reihe der Schneidezähne eingeschlagen. "Die Polizei kannte die Täter und hat sie schnell dingfest gemacht. Aber genauso schnell waren sie wieder auf freiem Fuß und kamen viel später mit geringen Strafen davon. Da stand für mich fest: 'Wir müssen unser Land sicherer machen.'"

Der 37-Jährige hat in Leipzig an der Uni Rechts- und Wirtschaftswissenschaften studiert, anschließend an der Berufsakademie Leipzig Vermögensmanagement und dort als "Interdisziplinäres Vermögensmanagement, Fachrichtung Steuerberatung/Wirtschaftsprüfer" abgeschlossen.

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"Ich kann gut mit Finanzen umgehen und bin bereit, unbequeme Entscheidungen zu treffen", sagt er. "In Leipzigs Rathaus muss vieles wieder vom Kopf auf die Füße gestellt werden."

Der 37-Jährige ist studierter Rechts- und Wirtschaftswissenschaftler.
Der 37-Jährige ist studierter Rechts- und Wirtschaftswissenschaftler.

Verkehr: Vor allem wegen der Anschläge und Ausschreitungen von Antifa und NGOs

Sollte er Oberbürgermeister werden, will der das Rathaus ordentlich umkrempeln.
Sollte er Oberbürgermeister werden, will der das Rathaus ordentlich umkrempeln.

Priorität hat für ihn der Verkehr. "Ein fließender Verkehr ist die beste Wirtschaftsförderung", sagt er. "Er ist der lebende Organismus unserer Stadt und darf nicht aus ideologischen Gründen absichtlich verstopft werden."

Weil in Leipzig Stimmen laut werden, die wegen der permanenten Verkehrsprobleme die Entlassung des zuständigen Bürgermeisters Dienberg (64, Grüne) und seines Verkehrsamtsleiters Jana fordern, will er sie bei ausbleibenden Verbesserungen ablösen.

Auch den Posten von Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal (51, Linke) will er neu besetzen – vor allem wegen der Anschläge und Ausschreitungen von Antifa und NGOs. "Natürlich kann man einem Linken die Sicherheit in Leipzig anvertrauen – aber dann ist sie weg", sagt er. Und: "Die Verträge von Dienberg und Rosenthal laufen im nächsten Jahr ohnehin aus."

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Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (49, Linke) sieht er ebenfalls kritisch – vor allem wegen ihrer Einflussnahme auf die Ausstellung der Leipziger Wende-Geschichte in der Runden Ecke. "Für jeden Leipziger, der '89 für die Freiheit auf der Straße war, ist es ein Schlag ins Gesicht, wenn das Gedenken an 1989 von einer Linken umgeschrieben wird."

Investitionen in die Klimawende: "Total irrsinnig"

Wiesner kritisiert den geplanten Bau eines Rüstungsunternehmens in Leipzig.
Wiesner kritisiert den geplanten Bau eines Rüstungsunternehmens in Leipzig.

Investitionen in die Klimawende hält er für "total irrsinnig". "Dieses Geld ist wesentlich besser für den Straßenbau, für unsere Brücken, Kitas und Schulen angelegt."

Für ihn sind solche Vorhaben "ideologische Projekte, die in einer Stadtverwaltung nichts zu suchen haben." Als OB will er einen Kassensturz machen, die Mittelstandsförderung zur Chefsache machen und das Projekt "Sichere Häfen" streichen, um den Zustrom von Migranten einzudämmen und Kosten zu mindern.

Auch gegen die geplante Ansiedlung eines israelisch-amerikanischen Rüstungsunternehmens in Leipzig will er sich stemmen. "Wir müssen uns verteidigen können, aber bei diesem Unternehmen fließen die Gewinne ins Ausland und die Produkte werden weltweit verkauft. Da sind die Risiken für Leipzig viel zu groß. Unser Ballungsgebiet darf kein Ziel für strategische Präzisionsschläge werden."

Aber glaubt er wirklich, dass in einer Stadt wie Leipzig ein AfD-Kandidat OB werden kann? "Die Chancen sind hervorragend", antwortet er und verweist auf die blaue Welle, die durch ganz Deutschland läuft. "Ich will gewinnen", betont Wiesner. Sein komplettes Wahlprogramm will er "im November/Dezember" vorstellen.

Titelfoto: privat

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