40 Scheiben eingeschlagen: Linke pöbeln in Bekennerschreiben gegen Connewitz-Demos

Leipzig - Am Freitagabend haben Aktivisten im Leipziger Osten mehr als 40 Scheiben einer Niederlassung der Allianz eingeschlagen. In einem Bekennerschreiben wird dem Unternehmen vorgeworfen, sich an Rüstungsprojekten zu beteiligen und durch Lobbyarbeit den Abbau sozialer Errungenschaften in Deutschland voranzutreiben. Ein Seitenhieb gegen die Demonstrationsteilnehmer am Samstag in Connewitz blieb dabei in dem Schreiben nicht aus.

Mehr als 40 Scheiben dieses Gebäudes in Reudnitz-Thonberg wurden am Freitag eingeschlagen.
Mehr als 40 Scheiben dieses Gebäudes in Reudnitz-Thonberg wurden am Freitag eingeschlagen.  © TAG24/Steffen Durst

Wie Polizeisprecherin Susanne Lübcke mitteilte, hatten Zeugen am Freitag gegen 20.40 Uhr mitbekommen, wie Unbekannte Scheiben eines Gebäudes in der Eilenburgerstraße im Stadtteil Reudnitz-Thonberg einschlugen.

"Vor Ort stellten die Beamten fest, dass mittels unbekannter Schlagwerkzeuge und Steinbewurf mehr als 40 Fensterscheiben am Gebäude zerstört wurden", so die Polizeisprecherin. Zudem wurde ein roter Schriftzug angebracht und die Fassade mit Farbbeuteln beworfen.

Noch am Nachmittag tauchten auf der linken Plattform Indymedia ein Bekennerschreiben und ein Tatvideo auf.

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Darin brüsten sich die Angreifer mit der Aktion: "Der signifikante Sachschaden durch Steine, Farbe und Hämmer ist unser militanter Gruß an unsere kämpfenden Genoss*innen in Kurdistan!", heißt es. Auslöser der Aktion war demnach unter anderem die jüngste Offensive der syrischen Armee gegen die von Kurden kontrollierten Gebiete südöstlich der Millionenstadt Aleppo.

Die Fensterfront wurde notdürftig mit Kartons verkleidet.
Die Fensterfront wurde notdürftig mit Kartons verkleidet.  © TAG24/Steffen Durst
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Seitenhieb gegen linke Demonstranten in Connewitz

Welcher Schriftzug an dem Gebäude angebracht wurde, ist am Montagvormittag nicht mehr zu erkennen.
Welcher Schriftzug an dem Gebäude angebracht wurde, ist am Montagvormittag nicht mehr zu erkennen.  © TAG24/Steffen Durst

Nach einem solidarischen Quer-Verweis auf die Proteste im Iran folgt im Bekennerschreiben dann der Bezug zum deutschen Finanzdienstleister: "Die Allianz ist nicht nur Teil der Finanzierung der Aufrüstung und konkret beteiligt an z.B. dem israelischen Massenmord, sondern fordert öffentlich (und bestimmt direkt durch ihre Lobbyvereine) den Abbau der sozialen Errungenschaften des Arbeitsrechts", heißt es.

In Deutschland gab es seit dem Beginn des Krieges in Gaza immer wieder Attacken auf Allianz-Büros, verbunden mit dem Vorwurf, der Konzern sei Investor und Versicherer von Israels größtem Waffenkonzern.

Eher skurril wird es dann zum Ende des Bekennerschreibens: "Der Schaden wäre größer und das Zeichen kraftvoller gewesen, wenn sich nicht so viele vermeintlich linksradikale Mitstreiter*innen in den Kindergarten in Connewitz reingesteigert hätten."

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Gemeint seien "sowohl die stalinistischen Sekten" als auch die "quasi-liberalen Massenmordversteher" sowie andere "Wirrköpfe", die Leipzig an diesen Tag beschert hätten und sich damit anstelle einer Solidaritätsbekundung für die Revolutionen in Rojava und im Iran für "unpolitisches fußballartiges Rumgemacker" entschieden hätten.

Titelfoto: TAG24/Steffen Durst

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