Toter Säugling in Leipziger Babyklappe - Mutter meldet sich bei Polizei

Leipzig - Sie hat sich gemeldet! Im Fall des Ende Februar in der Babyklappe des Leipziger St. Georg Klinikums tot aufgefundenen Säuglings hat die Kindsmutter Kontakt zur Polizei aufgenommen. Nach ihrer Vernehmung blieb die 39-Jährige auf freiem Fuß.

Sichtgeschützt befindet sich das "Babynest" am Eingangsbereich zum St. Georg. Im Inneren befinden sich auch Identitätskarten in mehreren Sprachen, die mitgenommen werden können, falls es sich die Mutter später anders überlegt.
Sichtgeschützt befindet sich das "Babynest" am Eingangsbereich zum St. Georg. Im Inneren befinden sich auch Identitätskarten in mehreren Sprachen, die mitgenommen werden können, falls es sich die Mutter später anders überlegt.  © Ralf Seegers

Am Freitag letzter Woche hatte die Mordkommission die Öffentlichkeitsfahndung gestartet und um Hinweise gebeten. Nur Stunden später habe sich eine Frau bei der Polizei gemeldet und angegeben, dass sie die Mutter des Kindes sei, sagte Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz TAG24.

Die Frau sei Deutsche und 39 Jahre alt. Weitere Angaben zur Person wollten die Behörden nicht machen.

Die Mordkommission hat die Kindsmutter zwischenzeitlich vernommen. Laut Staatsanwaltschaft besteht gegen sie ein Anfangsverdacht wegen Totschlags.

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Heißt: Es besteht die bloße Möglichkeit, dass die Frau ihr Kind getötet haben könnte. Harte Beweise gibt es bislang offensichtlich nicht. Auf Anfrage bestätigte Oberstaatsanwalt Schulz, dass es nach bisherigen Ermittlungen weder einen hinreichenden noch einen dringenden Tatverdacht gegen die Frau gebe. Auch die Todesumstände seien weiterhin noch nicht geklärt, so Schulz gegenüber TAG24.

Hintergrund: Von einem hinreichenden Tatverdacht spricht man, wenn eine Verurteilung wahrscheinlich scheint und Anklage erhoben werden kann, von dringendem Tatverdacht, wenn Beweise und Indizien für den Erlass eines Haftbefehls reichen.

In dieser Babyklappe lag der tote Junge. Die Todesursache ist weiterhin nicht abschließend geklärt.
In dieser Babyklappe lag der tote Junge. Die Todesursache ist weiterhin nicht abschließend geklärt.  © Ralf Seegers
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Verdächtige bleibt vorerst auf freiem Fuß

Im Fall des toten Jungen in der Babyklappe verzichteten die Ermittler sogar auf eine Vorführung der Mutter beim Haftrichter. "Die rechtlichen Voraussetzungen für den Erlass eines Haftbefehls sind derzeit nicht gegeben", so Schulz.

Bedeutet: Die Ermittler halten offenbar auch eine Unglücksversion, ein fahrlässiges Geschehen oder eine Überforderungssituation für möglich.

Deshalb sucht die Kripo weiterhin Zeugen, die insbesondere zum Ablegen des Säuglings am 27. Februar im so genannten "Babynest" am Eingangsportal des St. Georg Klinikums Angaben machen können. Hinweis-Telefon: 0341966 46666.

Titelfoto: Ralf Seegers

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