Leipzig - In der Silvesternacht kam es im Leipziger Stadtteil Grünau-Mitte zu heftigen Ausschreitungen. Etwa 20-30 Personen hatten dabei zunächst Mülltonnen angezündet, um die Rettungskräfte damit in einen Hinterhalt zu locken. Die Antwort des sächsischen Innenministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Linken-Abgeordneten Juliane Nagel (47) zeigt nun, wie skrupellos die Täter vorgingen und offenbar auch schwere Verletzungen in Kauf nahmen.
In einer eigens einberufenen Pressekonferenz hatte die Leipziger Feuerwehr am 12. Januar über die Geschehnisse zum Jahreswechsel in der Messestadt berichtet. Neben den beinahe üblichen Eskapaden in Connewitz stand der Einsatz in Grünau-Mitte im Fokus.
Im Bereich der Stuttgarter Allee hatten Unbekannte dabei laut Axel Schuh, Leiter der Branddirektion Leipzig, zunächst eine große Mülltonne angezündet, um die Feuerwehr auf den Plan zu rufen.
"Etwa 20 bis 30 Meter davor waren weitere Mülltonnen angesteckt, um die Zufahrt mit den Fahrzeugen zu verhindern", sagte Schuh, der am Silvesterabend selbst die Leitung in der Branddirektion innehatte, auf der Pressekonferenz. Sobald die Kameraden der Feuerwehr ausgestiegen waren, habe die Attacke begonnen.
"Dabei wurden zum Beispiel Feuerwerksraketen horizontal auf die Einsatzbeamten abgeschossen", heißt es nun in der Antwort des Innenministeriums über die Ermittlungen zum Einsatz in Grünau. "Des Weiteren wurden durch die Personengruppe mehrere unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen gebaut, indem Butan-/Propan-Gaskartuschen mit Feuerwerkskörpern umwickelt und angebrannt wurden."
Einsatzkräfte mussten sich zurückziehen
Die selbstgebauten Sprengsätze seien dann angezündet und auf die Einsatzkräfte geworfen worden, heißt es weiter.
Feuerwehr- und Polizeikräfte hätten sich aufgrund des Bewurfes teilweise zurückziehen müssen. "Ein Polizeibeamter wurde durch einen Feuerwerkskörper leicht verletzt", schreibt das Innenministerium des Freistaats.
Die Leipziger Polizei hatte am Neujahrstag mitgeteilt, dass es erst mit Unterstützung weiterer Kräfte gelungen war, 23 Tatverdächtige festzusetzen und ihre Personalien festzustellen.
Die Ermittlungen wegen Landfriedensbruch dauern aktuell an, bestätigte Polizeisprecher Moritz Peters am heutigen Dienstag auf TAG24-Nachfrage. Weshalb der Leipziger Feuerwehrverband vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen um die Einsatzbereitschaft zum kommenden Jahreswechsel fürchtet, lest Ihr hier.