Silvesternacht in Leipzig: Angriffe auf Einsatzkräfte, Polizistin und Feuerwehrmann verletzt

Leipzig - Silvesternacht in Leipzig und wieder einmal wurde nicht nur Feuerwerk in der Messestadt angezündet. Über 320 Einsätze hatte die Polizei der Messesttadt zu bewältigen.

Laut und mit jeder Menge Pyrotechnik ist Leipzig in der vergangenen Nacht ins neue Jahr gestartet. Auf dem Augustusplatz hatten sich laut Polizei rund 3500 Menschen versammelt, um sich gemeinsam das Feuerwerk anzuschauen.
Laut und mit jeder Menge Pyrotechnik ist Leipzig in der vergangenen Nacht ins neue Jahr gestartet. Auf dem Augustusplatz hatten sich laut Polizei rund 3500 Menschen versammelt, um sich gemeinsam das Feuerwerk anzuschauen.  © Silvio Bürger

So brannte es unter anderem auch auf der Eisenbahnstraße im Osten, wie TAG24-Fotografen berichteten. Gegen 0.20 Uhr stellten Beamte am Otto-Runki-Platz einen Mann fest, der sich durch Pyrotechnik einen Finger weggesprengt hatte. Der Verletzte wurde daraufhin an den Rettungsdienst übergeben.

Noch vor Mitternacht bat die Feuerwehr die Polizei um Hilfe, nachdem Kameraden im Bereich der Stuttgarter Allee in Grünau von einer Personengruppe attackiert worden waren. Der Angriff soll dabei so massiv gewesen sein, dass sich sowohl Feuerwehr als auch Polizei zunächst zurückziehen mussten. Erst mit der Hilfe weiterer Kräfte konnten die circa 20 Personen festgesetzt und ihre Identitäten festgestellt werden. Wie Polizeisprecher Olaf Hoppe mitteilte, laufen gegen 23 Tatverdächtige nun Ermittlungen wegen Landfriedensbruchs.

Im Bereich der Kochstraße im Leipziger Süden musste die Polizei kurz nach Mitternacht einen Einsatz des Rettungsdienstes absichern und wurde dabei mit Pyrotechnik beworfen. Zwei Dienstfahrzeuge sollen dabei beschädigt worden sein.

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Etwa um dieselbe Zeit wurden Einsatzkräfte am Polizeistandort Wiedebachpassage in Connewitz von einer Gruppe von 30 bis 40 Personen angegriffen und mit Steinen, Pyrotechnik sowie Farbgläsern beworfen. Eine Polizistin (25) soll dabei mutmaßlich durch Pyrotechnik leicht verletzt worden sein. Drei Fahrzeuge wurden beschädigt. Auch hier ermittelt die Polizei wegen Landfriedensbruchs.

Neben Böllern und Raketen wurden auf der Eisenbahnstraße auch Mülltonnen angezündet.
Neben Böllern und Raketen wurden auf der Eisenbahnstraße auch Mülltonnen angezündet.  © Silvio Bürger
Und auch in Connewitz brannten erneut die Straßen.
Und auch in Connewitz brannten erneut die Straßen.  © EHL Media
Einsatzkräfte der Polizei wurden mit Farbe und Pyrotechnik beworfen.
Einsatzkräfte der Polizei wurden mit Farbe und Pyrotechnik beworfen.  © EHL Media

Polizei: Bisherige Brennpunkte rücken aus dem Fokus

Am Connewitzer Kreuz rückte später ein Räumpanzer an, um die Barrikaden zu entfernen.
Am Connewitzer Kreuz rückte später ein Räumpanzer an, um die Barrikaden zu entfernen.  © EHL Media

Polizeisprecher Tom Erik Richter zufolge sollen Unbekannte in Connewitz versucht haben, sich ein Katz- und-Maus-Spiel mit den Einsatzkräften zu liefern. Dazu wurden sowohl entlang der Bornaischen Straße als auch der Wolfgang-Heinze-Straße Barrikaden errichtet und zum Teil angezündet.

Die Polizei habe sich jedoch nicht auf das Spiel eingelassen. "Unser Konzept sah ein sehr defensives Vorgehen vor", erklärte der Sprecher. Als Polizei und Feuerwehr gegen 0.40 Uhr eine Barrikade auf der Bornaischen Straße löschen wollten, wurden sie mit Flaschen und Pyrotechnik angegriffen. Ein Feuerwehrmann soll dabei ein Knalltrauma erlitten haben.

Trotz der genannten Fälle sprach Richter bereits am Morgen von einer größtenteils ruhigen Nacht. Polizeisprecher Olaf Hoppe erklärte am Nachmittag, dass bisherige Brennpunkte wie der Leipziger Süden um das Connewitzer Kreuz, der Augustusplatz und der Osten mit der Eisenbahnstraße allmählich aus dem Fokus rücken. "Insgesamt ist eine Tendenz erkennbar, dass größere Auseinandersetzungen, bei denen die Polizei einschreiten muss, rückläufig sind."

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"Trotz des überwiegend friedlichen Verlaufs waren Polizei, Rettungsdienste und Feuerwehr stark gefordert", erklärte Leipzigs Polizeipräsident René Demmler. Er verurteilte die Angriffe auf seine Beamten sowie Feuerwehr und Rettungsdienst. "Der Einsatz der vielen Kräfte in der Silvesternacht war notwendig und angemessen."

Gegen 1.20 Uhr war es an der Dieskaustraße zu einem Dachstuhlbrand gekommen.
Gegen 1.20 Uhr war es an der Dieskaustraße zu einem Dachstuhlbrand gekommen.  © EHL Media
Nur 20 Minuten später ging ein Carport in Mölkau in Flammen auf.
Nur 20 Minuten später ging ein Carport in Mölkau in Flammen auf.  © EHL Media

Zahlreiche Einsätze auch für Leipzigs Feuerwehr

Und auch in Markkleeberg war die Feuerwehr gefordert.
Und auch in Markkleeberg war die Feuerwehr gefordert.  © EHL Media

Ein Großaufgebot der Feuerwehr war ab 1.20 Uhr im Stadtteil Großzschocher gefordert, wo es auf der Dieskaustraße zu einem Dachstuhlbrand gekommen war.

Die Kameraden gingen unter Atemschutz gegen die Flammen vor. Alle Bewohner des Hauses sollen sich bereits vor Eintreffen der Retter in Sicherheit gebracht haben. Die Polizei hat Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

Nur 20 Minuten später ging ein Carport in Mölkau vermutlich durch Pyrotechnik in Flammen auf. Gegen 2.10 Uhr brannte zudem ein Mülltonnenunterstand in Markkleeberg.

Zudem brannte ein Roller in einer Tiefgarage und es sollen auch vereinzelt Autos in Brand gesetzt worden sein, vermutlich ebenfalls durch Pyrotechnik.

Erstmeldung vom 1. Januar 2026, 8.44 Uhr. Text aktualisiert um 15.50 Uhr.

Titelfoto: Montage: EHL Media

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