Kriegerdenkmal geschändet! Vandalen stehlen Adlerfigur

Leipzig - Es ist eine Erinnerung an die im Krieg sinnlos geopferten jungen Menschen aus ihrem Dorf. Doch rund 100 Jahre nach seiner Einweihung ist das Kriegerdenkmal in Albersdorf (Kreis Leipzig) geschändet worden. Über Nacht verschwand der Adler, der schützend seine Schwingen über das Andenken hielt.

Kopflos: Das Denkmal an der Seebenischer Straße wurde erst im Jahre 2014 restauriert.
Kopflos: Das Denkmal an der Seebenischer Straße wurde erst im Jahre 2014 restauriert.  © EHL Media

Es muss in der Nacht zum vergangenen Freitag gewesen sein, als die Vandalen in dem heute zur Stadt Markranstädt gehörenden Ort einrückten.

"Ich hörte ein Geräusch, das klang wie ein herunterfallender Dachziegel", berichtet eine Anwohnerin.

Am Nachmittag habe sie dann erschrocken festgestellt, dass am Kriegerdenkmal der erst 2014 erneuerte Adler fehlte.

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Einfach abgeschlagen - nur noch die Krallenfüße der einst mit Bronzefarbe überzogenen Betonfigur verblieben auf der Stele mit den Namen von vier jungen Dorfbewohnern, die zwischen 1915 und 1917 auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs fielen.

So sah sie 2014 neu aus, die Adlerfigur aus mit Bronzefarbe überzogenem Beton.
So sah sie 2014 neu aus, die Adlerfigur aus mit Bronzefarbe überzogenem Beton.  © Thomas Gödicke
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Heimatverein will sich um neuen Adler bemühen

Zum ehrenden Gedenken an die aus dem Dorf bei Leipzig stammenden Gefallenen des Ersten Weltkriegs - dem Kriegerdenkmal in Albersdorf wurde der Adler geraubt.
Zum ehrenden Gedenken an die aus dem Dorf bei Leipzig stammenden Gefallenen des Ersten Weltkriegs - dem Kriegerdenkmal in Albersdorf wurde der Adler geraubt.  © EHL Media

Schon der Original-Adler des 1923 errichteten Denkmals war gestohlen worden. "Das war vor etwa 30 Jahren", erzählt Thomas Gödicke (77) vom örtlichen Heimatverein.

Über den erneuten Frevel ärgert sich der Rentner besonders. Denn er war es, der im Jahr 2014 die Initiative ergriff, einen neuen Adler besorgte und mit anderen Engagierten das Denkmal restaurierte.

"Die Firma, von der wir die Figur damals herhatten, gibt es leider nicht mehr", sagt Gödicke. Doch aufgeben will er nicht.

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"Unser Denkmal bekommt wieder einen Adler!"

Unterdessen hat die Kripo Ermittlungen aufgenommen. Von den Tätern und ihrem Motiv ist bislang nichts bekannt.

Titelfoto: Bildmontage: EHL Media, Thomas Gödicke

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