Leipzig - Verfolgungsjagd in der Nacht zum Montag im Leipziger Norden! Auf der Flucht vor der Polizei waren jedoch nicht etwa Einbrecher oder Automatensprenger, sondern ein Verkehrsrowdy (44) auf einer Simson!
Und der hatte es offenbar faustdick hinter den Ohren, denn bei seinem Gefährt handelte es sich allem Anschein nach nicht um eine normale "Simme". Maximal 50 bis 55 Kilometer pro Stunde erreichen die alten DDR-Mopeds, 60, wenn's bergab geht. Der 44-Jährige soll auf seiner Flucht entlang der Delitzscher Straße jedoch Geschwindigkeiten von etwa 100 km/h erreicht haben!
Beamte der Polizei hatten den Verkehrsrüpel zuvor dabei erwischt, als er gegen 3.50 Uhr an der Kreuzung Essener Straße und Delitzscher Straße bei Rot über die Ampel gerauscht war. Die Gesetzeshüter wollten den Mann daraufhin kontrollieren und schalteten ihr Anhaltesignal ein. Statt diesem nachzukommen, setzte der seine Fahrt jedoch fort und beschleunigte.
Im Verlauf der Verfolgungsjagd soll es zu gleich mehreren gefährlichen Verkehrssituationen gekommen sein. So erklärte Polizeisprecher Paul Engelmann, dass unter anderem eine auf dem Fußweg stehende Beamtin zur Seite springen musste, um eine Kollision zu verhindern.
Nach etwa 1,2 Kilometern war jedoch Schluss für den Zweiradfahrer: In Höhe der Wittenberger Straße gelang es den Beamten schließlich, den Mann mithilfe von drei weiteren Funkstreifenwagen zu stoppen.
Polizei ermittelt wegen mehrerer Vergehen
Der 44-Jährige wurde daraufhin kontrolliert. Dabei stellten die Beamten fest, dass der Mann nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis ist. "Zudem besteht aufgrund der erreichten Geschwindigkeit der Verdacht, dass das Moped technisch manipuliert wurde", so Polizeisprecher Engelmann weiter.
Die Beamten stellten die Simson sicher. Ein Kfz-Sachverständiger soll diese nun unter die Lupe nehmen.
Gegen den 44-Jährigen wird wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Gefährdung des Straßenverkehrs und verbotenen Kraftfahrzeugrennens ermittelt.