Sie klauen sogar die Knollen: Polizei setzt Reiterstaffel gegen Bärlauch-Banden ein

Leipzig - Kaum zieht sich der Frost aus den Böden zurück, plündern sie wieder unsere Wälder: Banden von Bärlauch-Dieben, meist Russen und Tschetschenen. In Leipzig will die Polizei jetzt die Reiterstaffel einsetzen, um der Plage Herr zu werden.

Begehrtes Wildgemüse: Frischer Bärlauch ist eine Delikatesse - mit den Knollen lassen sich vor allem in den Kaukasus-Regionen Russlands hohe Erlöse erzielen.  © Archiv

Es waren Zufalls-Aufgriffe, ausgelöst durch Hinweise von Spaziergängern. In der Nähe von Gaulis (Kreis Leipzig) griff eine Polizeistreife mittags zwei Tschetschenen (29, 42) auf, die gerade 40 Kilo Bärlauchknollen aus dem Wald geholt hatten.

Nur drei Stunden später schlugen Passanten am nordwestlichen Leipziger Stadtrand Alarm. Hier beluden zwei Russen (24, 27) ihren Mercedes E 200 mit Säcken voller Bärlauch, den sie zuvor aus dem geschützten Auwald bei Stahmeln ausgegraben hatten.

Die Polizei sicherte hier insgesamt 44 Kilo der aromatischen Knolle.

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Damit setzt sich fort, was gerade Leipzigs Auwald-Ranger seit Jahren besorgt. Immer im Frühjahr fallen organisierte Banden in den Wäldern ein und zerstören bei ihren illegalen Grabeaktionen die Bodenstruktur geschützter Auwaldflächen.

Aufgriffe wie in Gaulis und Stahmeln sind selten, Verurteilungen noch viel seltener.

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Aufgestapeltes Diebesgut: Diese Säcke mit zusammen rund einer Tonne illegal geerntetem Bärlauch entdeckten Ranger 2023 im Leipziger Auwald.  © Stadt Leipzig

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Berittene Polizei - die Reiterstaffel soll jetzt in den Bärlauch-Wäldern in und um Leipzig patrouillieren.  © Ralf Seegers

Und wenn, dann enden sie wie im Oktober 2025, als sich drei Mitglieder einer tschetschenischen Großfamilie wegen der organisierten Waldplünderei vor dem Eilenburger Amtsgericht verantworten mussten. Zwei Täter (20, 22) wurden zu 50 Arbeitsstunden verurteilt. Der massiv vorbestrafte Chef (43) der Sippe erhielt acht Monate Haft auf Bewährung.

Im Prozess hatte der Richter den Tschetschenen tatsächlich geglaubt, dass ihnen nicht bekannt gewesen sei, dass organisierter Bärlauchklau im 100-Kilo-Bereich in Deutschland verboten ist.

Dabei gibt die Stadt Leipzig seit 2023 eine Bärlauch-Broschüre heraus, die Ver- und Gebote auch in russischer Sprache auflistet. Doch das Wildgemüse gilt gerade in der Kaukasus-Region als Delikatesse und der Handel mit den Knollen als äußerst lukrativ.

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Die Polizei nimmt deshalb die Auwaldgebiete in und um Leipzig jetzt wieder verstärkt in den Blick. "Wir intensivieren die Bestreifung in den Wäldern und setzten dabei auch die Reiterstaffel ein", sagte Polizeisprecher Tom Richter zu TAG24.

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