Schockfund im St. Georg: Toter Junge liegt in Babyklappe, Mordermittlungen laufen
Leipzig - Babyklappen sollen es Müttern in Notsituationen ermöglichen, ihr Neugeborenes anonym und sicher abzugeben. In Leipzig haben Mitarbeiter des städtischen Klinikums St. Georg jetzt einen schockierenden Fund gemacht. In ihrem "Babynest" lag ein toter Junge.
Es geschah bereits am 27. Februar, wurde von der Polizei aber erst am heutigen Freitag öffentlich gemacht. An jenem Freitagabend vergangener Woche gab es gegen 21 Uhr in der Neonatologie plötzlich einen speziellen akustischen Alarm.
Der geht immer dann los, wenn jemand die im Eingangsbereich des weitläufigen Klinikgeländes befindliche Babyklappe öffnet.
Sofort eilten Mitarbeiter der Kinderklinik dorthin. Doch was sie in ihrem "Babynest" vorfanden, verschlug ihnen die Sprache. "In der Babyklappe lag ein toter Säugling", berichtete Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz TAG24. Äußerlich habe der Junge keine Verletzungen aufgewiesen.
"Die Ermittlungen zur Todesursache laufen noch, da sind noch mehrere Untersuchungen notwendig", so Schulz.
Polizei bittet um Hilfe bei der Suche nach der Mutter
Die Behörden gehen allerdings davon aus, dass der Säugling bereits tot war, als er in der Babyklappe abgelegt wurde. Die Ermittlungen hat die Mordkommission übernommen.
Da die Babyklappe in Not geratenen Müttern einen Vertrauensschutz bieten soll, befindet sich das "Babynest" in einem schwer einsehbaren Bereich am Eingang des Klinikgeländes, der auch nicht videoüberwacht ist.
So ist aktuell auch völlig unklar, ob das Kind tatsächlich von der Mutter hier abgelegt wurde oder von einer anderen Person.
Die Polizei ist nun auf der Suche nach der Mutter und bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Wer kennt eine Frau, die schwanger war, längst entbunden haben müsste, jetzt aber kein Kind in ihrer Obhut hat? Wer hat am Abend des 27. Februar im Eingangsbereich des Klinikums St. Georg verdächtige Personen- oder Fahrzeugbewegungen wahrgenommen?
Hinweise erbittet die Polizei unter der Telefonnummer 0341/96646666 und per E-Mail an [email protected].
Titelfoto: Ralf Seegers

