"Wir sind alle 129": Angriff auf Polizeiposten nach Schlag gegen Linksextremisten

Leipzig - War es die Revanche für die Razzia gegen das "Kollektiv Zwickau"? Eine mutmaßliche Solidaritätsdemo für die festgenommenen Mitglieder der als gewaltbereit eingestuften Gruppe endete am Dienstagabend mit einer Attacke auf die Polizeistation an der Eisenbahnstraße im Leipziger Osten.

Bei einer Demo auf der Eisenbahnstraße haben Unbekannte am Dienstag erneut den dortigen Polizeiposten angegriffen.  © Christian Grube

Mehrere vermummte Personen waren am Abend die Eisenbahnstraße entlanggezogen und hatten dabei Pyrotechnik gezündet, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Auf einem Banner trugen sie zudem die Aufschrift mit sich: "Wir sind alle 129".

Der Paragraf 129 Strafgesetzbuch behandelt in Deutschland die Bildung krimineller Vereinigungen, eben jenen Straftatbestand, den die Ermittlungsbehörden dem "Kollektiv Zwickau" vorwerfen.

Als die Demo an der Ecke Hermann-Liebmann-Straße abbog, sollen sie den dortigen Polizeiposten mit Steinen und Farbbomben angegriffen haben. Mehrere Fensterscheiben gingen zu Bruch, auch die Hauswand wurde beschädigt. "Der Sachschaden kann derzeit noch nicht beziffert werden", erklärte Polizeisprecherin Josephin Sader.

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Alarmierte Polizeikräfte seien innerhalb weniger Minuten vor Ort gewesen. Bis zum Eintreffen hatte sich die Demo jedoch bereits in alle Winde zerstreut und es war niemand mehr anzutreffen.

Die Polizei ermittelt nun wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs und der Sachbeschädigung.

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"Kollektiv Zwickau" soll gegen Menschenfeinde und Rechtsextremisten vorgegangen sein

Mehrere Scheiben gingen zu Bruch. Der Sachschaden konnte noch nicht beziffert werden.  © Christian Grube

Staatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt Sachsen gingen am Dienstag mit einer Razzia gegen das "Kollektiv Zwickau" vor. Die Gruppe soll das Ziel verfolgt haben, regional und überregional gegen Menschenfeinde und Rechtsextremisten vorzugehen, so der Vorwurf.

Mindestens drei gewalttätige Straftaten rechnet das LKA der Gruppe zu.

Fünf Männer im Alter zwischen 20 und 36 Jahren wurden am Dienstag festgenommen.

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Zwei von ihnen, Marcel S. (36) und Mio S. (20), sitzen inzwischen hinter Gittern.

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