Laser, Legenden, Leipzig: Schiller feiert Tourauftakt mit Sarah Brightman

Von Christian Grube

Leipzig - Es ist eines der erfolgreichsten Elektro-Pop-Projekte Deutschlands: Schiller. Mit seinem neuen Album "Euphoria" startet Christopher von Deylen (55) am Samstagabend seine Arena-Tour in Leipzig und setzt dabei vor allem auf große Atmosphäre, Surround-Sound und prominente Gäste.

Schiller alias Christopher von Deylen (55) stand am Samstagabend in der Arena auf der Bühne.  © Christian Grube
Mit seinem neuen Album läutete er in Leipzig seinen Tourauftakt ein.  © Christian Grube

Schon vor Konzertbeginn ziehen dichte Nebelschwaden durch die Quarterback Immobilien Arena, sphärische Klänge laufen über die Lautsprecher. Pünktlich um 20 Uhr beginnt von Deylen solo an seinen Synthesizern.

Besonders im Innenraum entsteht dabei ein immersives Klangbild, auf den Rängen wirkt der Sound dagegen deutlich schwächer.

Für emotionale Höhepunkte sorgen die Gäste. Die Leipziger Elektroformation Karakum feiert beim Tourauftakt fast ein Heimspiel, außerdem steht die ukrainische Sängerin Julija Sabina auf der Bühne.

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Der große Moment des Abends gehört jedoch Sarah Brightman (65). Die Musical-Legende arbeitet bereits seit 2006 mit Schiller zusammen und begeistert mit ihrer markanten Stimme auch in Leipzig.

Umso überraschender wirkt es, dass Brightman eher am Bühnenrand positioniert wird, statt stärker ins Zentrum der Show zu rücken.

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Einer der Stargäste: die britische Sopranistin Sarah Brightman (65). (Archivbild)  © IMAGO / MediaPunch
Sie schien aber eher schmückendes Beiwerk zu sein, von Deylen blieb im Mittelpunkt.  © privat
Der Abend beeindruckte vor allem mit einer fantastischen Laser-Show.  © Christian Grube

Schiller in Leipzig: Kleine Liveband, große Lasershow

Sie kaschierte die musikalischen Lücken und bleibt in Erinnerung.  © Christian Grube

Die Songauswahl ist stimmiger als bei der letzten Tour: Mit "Glockenspiel" folgt ein erster großer Schiller-Hit. Die Licht- und Lasershow ist bombastisch, die Bühne dagegen vergleichsweise klein besetzt: Statt einer großen Liveband stehen lediglich drei Musiker auf der Bühne.

Vieles kommt deshalb aus der Konserve. Das funktioniert bei einigen Songs gut, anderen fehlt jedoch Dynamik und Lebendigkeit.

Musikalisch wagt Schiller erneut Experimente. Nicht jede Neuinterpretation überzeugt: Der Klassiker "Nachtflug" verliert in seiner jetzigen Version viel von seiner ursprünglichen Atmosphäre.

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Trotzdem bleibt der Abend weit entfernt von einem Totalausfall. Die visuelle Inszenierung ist beeindruckend. Gleichzeitig entsteht stellenweise der Eindruck, dass die gigantische Lichtshow musikalische Lücken kaschieren soll.

Für einen perfekten Konzertabend fehlt am Ende vor allem eine größere Liveband, die den Songs mehr Energie und Leben verleiht.

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