Kunstausstellung fällt Verbrecherjagd zum Opfer: "Einige Werke unwiederbringlich zerstört"

Leipzig - Steampunk in den Promenaden: Mit der Ausstellung "Rost & Glanz" rund um das Science-Fiction-Genre beteiligt sich der Leipziger Hauptbahnhof in diesem Jahr am legendären Wave-Gotik-Treffen. Seit 14. Mai kann diese bereits bestaunt werden. Nun kam es dabei zu einem tragischen Zwischenfall, bei dem ein Teil der Ausstellung zerstört wurde.

Bei einem Polizeieinsatz im Leipziger Hauptbahnhof ist am Mittwoch ein Teil der Ausstellung "Rost und Glanz" zerstört worden.

"Leider ist heute durch einen Polizeieinsatz ein Teil der Ausrüstung zerstört worden", hieß es plötzlich am Mittwochabend auf der Instagram-Seite des Leipziger Hauptbahnhofs. Dazu hatten die Betreiber einige Bilder gepostet, auf denen der Schaden zu sehen war.

Aufsteller waren umgekippt, Vitrinen zu Bruch gegangen, jede Menge Glas hatte sich auf dem Boden verteilt. "Leider sind einige Kunstwerke, die mit viel Liebe erstellt worden, unwiederbringlich zerstört", erklärten die Betreiber. Und weiter: "Was uns besonders schmerzt: dass es einen Künstler aus Leipzig getroffen hat, der überhaupt mit uns seine erste Ausstellung zum WGT durchführt."

Die Rede ist dabei vom Leipziger Frank Smolke, der mit "Rost und Glanz" laut Hauptbahnhof-Website sogar seine erste Ausstellung erlebt. Der 60-Jährige habe über das Wave-Gotik-Treffen den Steampunk für sich entdeckt und schließlich damit begonnen, eigene Outfits zu entwerfen und anzufertigen. "Viele Materialien werden von Menschen aus dem Umfeld gesammelt. Das Zusammenfügen der Fundstücke und das Einhauchen neuen Lebens werden dabei als fortlaufender, spannender Prozess verstanden", heißt es über Smolkes Arbeitsweise.

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Hauptbahnhof und Künstler wollen sich von dem Geschehenen jedoch nicht aufhalten lassen. "Wir arbeiten mit Hochdruck daran, morgen alles weitestgehend wieder herzurichten, damit zum offiziellen Start des WGT am Freitag die Ausstellung wieder besichtigt werden kann."

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29-Jähriger lieferte sich Verfolgungsjagd mit der Polizei

Am Donnerstag wurde versucht, mit Hochdruck alles wieder herzurichten, damit die Ausstellung zum Start des WGT am Freitag wieder eröffnen kann.

Luisa Liebold von der Leipziger Bundespolizei bestätigte gegenüber TAG24, dass Beamte sich eine Verfolgungsjagd mit einem 29-Jährigen geliefert hätten, in deren Folge es zu dem Schaden kam.

Der Russe habe zuvor einen räuberischen Diebstahl in einem Geschäft in den Hauptbahnhof-Promenaden begangen. "Als die Kollegen versuchten, nach ihm zu greifen, kam es leider dazu, dass einige der Gegenstände zu Boden gingen."

Der Räuber konnte schließlich noch gefasst werden. Gegen ihn wird nun wegen räuberischen Diebstahls sowie Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt. Demnach habe er sich während seiner Festnahme zur Wehr gesetzt.

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Frank Smolke wolle am Pfingstsonntag die Ausstellung persönlich besuchen. "Rost und Glanz" läuft noch bis zum 25. Mai.

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