Fahndungserfolg! Leipziger Kinderfänger sitzt jetzt im Knast

Leipzig - Sie haben ihn! Nach drei Entführungsversuchen am Dienstag vor einer Kita und einer Grundschule in Leipzig-Paunsdorf ist der mutmaßliche Kinderfänger hinter Schloss und Riegel.

Gaben zum Fall am Mittwochabend Auskunft: Staatsanwalt Andreas Ricken, Oberstaatsanwalt Thomas Gast, Polizeipräsident Torsten Schultze und Kripo-Chef Lutz Mädler (v.l.n.r).
Gaben zum Fall am Mittwochabend Auskunft: Staatsanwalt Andreas Ricken, Oberstaatsanwalt Thomas Gast, Polizeipräsident Torsten Schultze und Kripo-Chef Lutz Mädler (v.l.n.r).  © Alexander Bischoff

Wie die Polizei am Mittwochabend mitteilte, wurde gegen einen 42-jährigen Russlanddeutschen vom Ermittlungsrichter Haftbefehl wegen des versuchten Missbrauchs eines Kindes, der versuchten Entziehung Minderjähriger und Nötigung erlassen. Bei dem Verdächtigen handelt es sich um jenen Mann, den Polizisten am späten Dienstagnachmittag nach einem Zeugenhinweis im Paunsdorfer Wäldchen festnahmen (TAG24 berichtete).

Dorthin war am frühen Morgen jener Täter geflüchtet, der versucht hatte, zwei vierjährige Mädchen ihren Müttern auf dem Weg zur Kita zu entreißen. Später überfiel er eine Grundschülerin (7) und versuchte, sie sexuell zu missbrauchen. Das Kind konnte sich aber losreißen.

Laut Leipzigs amtierendem Kripo-Chef Lutz Mädler hatte der Entführer eines der kleinen Mädchen bereits in seine Gewalt gebracht. Mit dem Kind sei er ins Paunsdorfer Wäldchen geflüchtet. Die Mutter und Passanten hätten jedoch sofort die Verfolgung aufgenommen. Letztlich ließ der Täter von der Kleinen ab und verschwand im Dickicht.

Wie Staatsanwalt Andreas Ricken am Abend auf einer gemeinsamen Pressekonferenz erklärte, hat sich der Inhaftierte bislang nicht zu den Tatvorwürfen geäußert. Er habe keine Vorstrafen und sei bisher nicht polizeibekannt gewesen.

Polizei will weiter vor Kitas und Schulen präsent bleiben

Dutzende Polizisten hatten nach den versuchten Kindesentführungen am Dienstag die Gegend im Stadtteil Paunsdorf durchstreift. Auch ein Polizeihubschrauber kam dabei zum Einsatz.
Dutzende Polizisten hatten nach den versuchten Kindesentführungen am Dienstag die Gegend im Stadtteil Paunsdorf durchstreift. Auch ein Polizeihubschrauber kam dabei zum Einsatz.  © Silvio Bürger

Der Russlanddeutsche soll nach Angaben von Chef-Kriminalist Mädler zudem für einen Überfall auf eine Autofahrerin am gleichen Tag verantwortlich gewesen sein. Noch vor den Entführungsversuchen soll er sich in der Nähe des Paunsdorfer Wäldchens in das Auto einer 26-Jährigen gesetzt und diese aufgefordert haben, ihn durch die Gegend zu chauffieren. Als die Frau das ablehnte, schlug er auf sie ein und flüchtete.

Ob der Mann psychisch gestört ist, konnten die Ermittler nicht sagen. Vermutlich wird sich im Laufe des Verfahrens ein forensischer Psychiater mit dem Verdächtigen befassen.

Übrigens: Die Polizei hatte bei der Großfahndung nach den Entführungsversuchen, bei der rund 100 Polizeibeamte im Einsatz waren, noch zwei weitere Männer kurzzeitig festgenommen. Gegen sie habe sich aber der Tatverdacht nicht erhärtet, erklärte Mädler. Er gehe davon aus, dass man den richtigen Täter habe.

Den dringenden Tatverdacht stützt die Staatsanwaltschaft laut Ricken auf markante äußere und Bekleidungs-Merkmale, die von Opfern und Zeugen beschrieben wurden. Zudem hatte sich der Verdächtige im Wald versteckt.

Trotz des schnellen Fahndungserfolgs will die Polizei in den nächsten Tagen weiter vor Paunsdorfer Kitas und Schulen präsent bleiben. "Wir wissen um die Sorge der Eltern und der Menschen in der Stadt", sagte Polizeipräsident Torsten Schultze.

UPDATE, 8. Oktober, 13.35 Uhr: Ermittlungen nach versuchter Kindesentführung laufen weiter

Der 42-jährige Tatverdächtige konnte in einem Waldstück in der Nähe der betroffenen Einrichtungen gestellt und festgenommen werden.
Der 42-jährige Tatverdächtige konnte in einem Waldstück in der Nähe der betroffenen Einrichtungen gestellt und festgenommen werden.  © RTL

Wie dpa berichtete, konzentrieren sich die Ermittlungen nach der Festnahme des Tatverdächtigen nun auf die Hintergründe der Tat. Diese stünden jedoch ganz am Anfang.

Es sei noch unklar, ob der 42-jährige Mann alleine gehandelt habe oder es Hintermänner gebe. Außerdem spiele auch dessen Psyche eine Rolle bei den Ermittlungen.

Als Reaktion auf die versuchten Entführungen in Paunsdorf seien in der Folge verstärkt Polizeistreifen unterwegs gewesen.

"Es gab viel Verunsicherung und Aufregung. So wollen wir den Menschen ein höheres Sicherheitsgefühl geben", sagte Polizeisprecherin Maria Braunsdorf. Sie ließ offen, wie lange die erhöhte Polizeipräsenz andauern werde.

Titelfoto: RTL

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