Leipzig - In Leipzig haben am Samstagabend rund 2000 Menschen friedlich unter dem Motto "All eyes on Kobane" (Alle Augen auf Kobane) gegen die sich verschlechternde humanitäre Lage in Nordsyrien demonstriert. Entlang der Route kam es daher zu Verkehrsbeeinträchtigungen.
Gegen 18.30 Uhr starteten zunächst knapp 500 Personen am Stadtteilpark Rabet über die Eisenbahnstraße in Richtung Willy-Brandt-Platz bis zum Augustusplatz, teilte Polizeisprecher Tom Erik Richter am Sonntag mit.
In der Spitze hätten demnach knapp 2000 Demonstranten teilgenommen.
"Auf dem Augustusplatz kam es innerhalb der Versammlung zu zwei Vorkommnissen, bei denen Feuerwerkskörper gezündet wurden", so der Polizeisprecher weiter. "Die Einsatzkräfte konnten hierzu einen Tatverdächtigen feststellen. Verletzt wurde niemand."
Unterstützung erhielten die sächsischen Einsatzkräfte dabei durch Beamte der Bereitschaftspolizei aus Thüringen.
Humanitäre Lage in Nordsyrien spitzt sich zu
Die am Dienstag geschlossene Waffenruhe zwischen den Truppen der syrischen Übergangsregierung und den Kräften der kurdischen Selbstverwaltung ist mehr als brüchig. Beide Seiten werfen sich Verstöße vor.
Vertreter der Kurden berichten unterdessen von einer katastrophalen humanitären Lage in der nordsyrischen Stadt Kobane in der Nähe der türkischen Grenze. Demnach sei die Wasser-, Lebensmittel- und Energieversorgung in Kobane unterbrochen. Die Internetverbindung sei ebenfalls ausgefallen.
Zehntausende Zivilisten lebten unter belagerungsähnlichen Bedingungen, sagte der Direktor der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel-Rahman, Ende der Woche der Deutschen Presse-Agentur.
Zahlreiche Familien aus umliegenden Dörfern hätten in Kobane Schutz gesucht, nachdem sie in den vergangenen Tagen vor vorrückenden syrischen Regierungstruppen und mit ihnen verbündeten Stammeskämpfern geflohen seien. Die kurdischen Autonomiebestrebungen sind sowohl dem syrischen Machthaber Ahmed al-Scharaa (43) als auch der Türkei seit jeher ein Dorn im Auge.