Aus für die Umweltzone: Leipzig bewertet Stau als Erfolg
Leipzig - Immer mehr Stau, immer weniger Tempo: Leipzigs Straßen werden zur Geduldsprobe. In den vergangenen Jahren hat sich die Staubelastung verdreifacht. Dass die Stadtverwaltung diese Entwicklung dennoch positiv bewertet, bringt die lokale CDU-Fraktion in Rage.
"Ein gut gestalteter Verkehr ist ein fließender Verkehr", konstatiert CDU-Stadtrat Falk Dossin (42). Wenn man als Stadtverwaltung den Verkehr hingegen anhalte und dadurch Stau produziere, koste dies schlichtweg "Lebenszeit und Freizeit".
Was ihn "wirklich sauer macht", ist dabei die Reaktion auf seine Frage, wie Stadtstau in Zukunft vermieden werden könne.
"Die Stadtverwaltung sieht die Entwicklung als Erfolg", poltert Dossin. Dabei bezieht der Stadtrat sich auf aktuelle Statistiken des Navigationssystem-Anbieters TomTom.
Statt den ÖPNV, die Radfahrer, Lkws und Autos gleichberechtigt im Verkehrssystem zu behandeln, scheine die Leipziger Stadtverwaltung es den Autofahrern "immer schwerer machen zu wollen", kritisiert der Stadtrat. Auf Nachfrage konnte sich das Rathaus hierzu am Donnerstag nicht äußern.
Übrigens: Während der Stau zugenommen hat, haben sich die Luftwerte verbessert. Seit 2011 hatte Leipzig die einzige Umweltzone in Sachsen. Sie umfasste etwa zwei Drittel des Stadtgebietes.
Aufgrund der guten Luftwerte sei die Zone nicht mehr nötig. "Autos dürfen damit in Zukunft auch ohne grüne Plakette in der Stadt fahren", teilt ein Sprecher mit.
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