Von Lutz Brose
Leipzig - Seit Ende der 90-er Jahre sind Nutrias (Myocastor coypus) in Leipzig heimisch, gehören wie Spatzen zur Fauna der Messestadt. Augenscheinlich tummeln sich immer mehr davon an und im Umfeld von stehenden und fließenden Gewässern.
Die Anzahl der Nutrias lässt sich wie bei den meisten Wildtieren nicht exakt bestimmen, zudem unterliegt die Populationen dieser Tiere starken Schwankungen.
Zu den Hotspots der auch als Biberratten bezeichneten Nagetiere gehört der Limburger Steg an der Weißen Elster in den Ortsteilen Schleußig und Plagwitz. Auch in harten Wintern erfreuen sich die Nutrias des Lebens, an Futter und sogar Streicheleinheiten mangelt es dort nicht.
Täglich pilgern dutzende Leute zur "Entenbrücke", verteilen kiloweise Futter und versuchen die Nutrias zu berühren. Die Stadt mahnt. Ein Sprecher führt dazu folgendes an: "Viele Menschen, welche die Tiere aus falsch verstandener Tierliebe füttern, sind sich über die Folge ihres Handelns oft nicht im Klaren: Die Bestände können sich nicht mehr natürlich regulieren, was Überpopulation fördert und Schäden durch die hohe Zahl an Tieren provoziert."
So führt laut Amt für Umweltschutz der Stadt Leipzig eine erhöhte Nutriapopulation dazu, dass es durch deren gesteigertes Genage unter Umständen zu Schäden im Ufer- und Böschungsbereich kommen kann.
Nutrias sind keine Streicheltiere
Darüber hinaus warnt die Stadt davor, dass durch die Unmengen von Futter auch Ratten, die als Krankheitserreger zählen, mit angefüttert werden und sich so noch besser vermehren könnten.
Obwohl die Nutrias hierzulande von Farmtieren abstammen, seien es mittlerweile echte Wildtiere und auf keinen Fall Streicheltiere. Es sei deshalb grundsätzlich auf Abstand zu achten. Würden Nutrias in die Enge getrieben oder provoziert, wehren sie sich energisch.
"Ein Fütterungsverbot oder Kontrollen gibt es nicht, die Stadt Leipzig kann nur an die Bürgerinnen und Bürger appellieren, das Füttern zu unterlassen", so der Sprecher abschließend.