Leipzig - Frank Schulz (67) litt 16 Jahre unter Herzproblemen. Dank einer neuen Therapie kann er nun wieder am Leben teilnehmen.
"Ohne das Gerät hätte ich nicht weiterleben können", erklärte der 67-Jährige. Wegen einer schweren Herzinsuffizienz, die seine linke und rechte Herzkammer beeinträchtigte, hat er harte Zeiten, Aufenthalte im Krankenhaus und verschiedenen Behandlungen hinter sich.
Da eine Herztransplantation aufgrund seines Alters sowie verschiedener Folgeerkrankungen nicht infrage kam, war das neue Kunstherz seine letzte Hoffnung. Als das Leipziger Herzzentrum im vergangenen September dann den außergewöhnlichen Eingriff wagte, bekam er endlich eine Chance für einen Neustart.
Mit der Transplantation des sogenannten "DuoCor BiVAS" erhielt Frank Schulz eine Therapie, die sowohl zu seiner medizinischen als auch seiner persönlichen Situation passt. Das Besondere: Der Eingriff erfolgte erst zum dritten Mal in ganz Europa.
Was das neue Kunstherz so besonders macht
"Früher war ich sehr aktiv und die Herzinsuffizienz hat mich in den letzten Jahren immer mehr eingeschränkt", erinnert sich Schulz.
Da ihn die Implantation eines herkömmlichen Geräts aufgrund seiner Größe im Alltag weiterhin eingeschränkt hätte, habe er der Behandlung stets kritisch gegenübergestanden. Mit dem Kunstherz implantierte man ihm nun ein System, das beide Herzkammern mechanisch unterstützt und gleichzeitig viel kompakter ist als vergleichbare Alternativen.
"Ich habe mich für das neue Unterstützungssystem entschieden, um meine Träume nicht aufzugeben und – wenn möglich – in Teilen wieder in mein Leben zurückzukehren", so der Patient.
Wie die Klinik mitteilte, erfolgte der Eingriff, der bisher ausschließlich für Studienzwecke eingesetzt wurde, als "Off-Label-Use-Anwendung", also außerhalb der regulären Zulassung.
Nach der erfolgreichen Behandlung konnte Frank Schulz nach Hause gelassen werden. Nun freue er sich auf die kleinen alltäglichen Dinge wie auf den Frühling und endlich wieder rausgehen zu können.