Graffiti-Aktion in Connewitz: Aktivisten besprühen "Sch***-Kraftwerk"

Leipzig - In der Nacht auf Dienstag beschmierten Aktivisten und Aktivistinnen die Außenfassade des im Oktober eröffneten Heizkraftwerks Süd in Leipzig.

Ein Nebengebäude des Heizkraftwerks Süd wurde von Aktivisten beschmiert.
Ein Nebengebäude des Heizkraftwerks Süd wurde von Aktivisten beschmiert.  © privat

Das Kraftwerk, das von der Stadt als "eines der saubersten Gaskraftwerke der Welt" bezeichnet wird und nach eigenen Angaben nur minimale Mengen an Stickstoffoxid- und Kohlenmonoxid-Emissionen produziert, wird von den Aktivisten vor allem wegen seiner Erdgas-Nutzung kritisiert.

Zwar soll zukünftig komplett zu Wasserstoff gewechselt werden – das halten die Aktivisten aufgrund der schwierigen Beschaffung allerdings für unrealistisch.

"Die Stadt Leipzig geht damit einen Schritt in die falsche Richtung", heißt es in einer Pressemitteilung zur Graffiti-Aktion. "Leipziger werden nicht nur weiterhin abhängig von fossilen Rohstoffen gemacht, sondern auch angelogen."

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So liege die Umstellung zu Wasserstoff ihrer Ansicht nach – anders als von den Verantwortlichen kommuniziert – noch in weiter Ferne. Gleichzeitig werde "auf Hochtouren" Erdgas verbrannt. Und so wurde der Banner am Gelände mit Sprüchen wie "Sch***kraftwerk" und "Stop Greenwashing! Es gibt kein sauberes Gas!" versehen.

"Die 180 Millionen Euro, die der Bau des Kraftwerks gekostet haben, wären sinvoller in erneuerbare Energien, Wärmepumpen sowie Bus und Bahn investiert", so die Meinung der Aktivisten.

Titelfoto: privat

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