Leipzig - Die steigenden Mietkosten stellen Auszubildende in Leipzig vor wachsende Probleme. Vor diesem Hintergrund fordert die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mehr Unterstützung von Bund und Land für den Neubau von Azubi-Wohnungen.
"Etliche der rund 10.200 Azubis in Leipzig wohnen noch bei ihren Eltern. Und das nicht immer ganz freiwillig", sagt Bernd Günther von der IG Bau. "Denn eine eigene Wohnung können sie sich oft nicht leisten."
Das Wohnen werde gerade auch für Azubis mehr und mehr zum Problem. Das zeige auch der von der Gewerkschaft eigens in Auftrag gegebene "Soziale Wohn-Monitor" vom Pestel-Institut.
"Tragisch ist es, wenn ein Ausbildungsvertrag nicht zustande kommt, weil das Wohnen zu teuer ist. Etwa dann, wenn Jugendliche weder eine Wohnung noch ein WG-Zimmer in der Nähe des Ausbildungsbetriebs bezahlen können", so Bernd Günther.
Der Bezirksvorsitzende der IG BAU Nord-West-Sachsen warnt: "Wenn Ausbildungsverträge am Wohnungsmangel und an zu hohen Mieten scheitern, dann ist das Maß voll. Das kann sich die heimische Wirtschaft nicht erlauben."
Bund und Freistaat sollen Neubau unterstützen
Die Gewerkschaft fordert daher, dass der Bund sowie der Freistaat Sachsen den Neubau von Azubi-Wohnungen unterstützen, vor allem im Umfeld von Ausbildungszentren.
Bernd Günther spricht sich dabei auch für Steueranreize aus, wenn ein Betrieb dafür sorgt, dass seine Auszubildenden ein Dach über dem Kopf bekommen.
Der "Soziale Wohn-Monitor" vom Pestel-Institut nennt unterdessen eine erste Zielmarke: die Verdopplung von derzeit einer auf zwei Millionen Sozialwohnungen bundesweit bis zur Mitte des nächsten Jahrzehnts.
Für den Freistaat bedeute das konkret: "Bis 2035 muss es in ganz Sachsen 120.300 Sozialwohnungen geben", so Bernd Günther. Die Messlatte liege damit bei 10.700 zusätzlichen Sozialwohnungen für Sachsen pro Jahr.