Zukunft ungewiss - Landen Leipzigs Interflug-Oldies auf dem Schrottplatz?

Von Lutz Brose

Leipzig - Heute vor 15 Jahren "landete" eine Iljuschin IL-62 auf dem Grundstück des ehemaligen Restaurants "Regenbogen" in der Leipziger Arno-Nitzsche-Straße.

So wurde die Iljuschin IL-62 vor 15 Jahren nach Marienbrunn gebracht.
So wurde die Iljuschin IL-62 vor 15 Jahren nach Marienbrunn gebracht.  © Lutz Brose

In einer spektakulären Aktion wurde die Maschine der DDR-Fluggesellschaft "Interflug" vom Leipzig-Halle-Airport nach Marienbrunn transportiert.

Monteure der russischen Volga-Dnepr-Airline hatten zuvor die Tragflächen demontiert, den Rumpf geteilt und auf dem neuen Landeplatz wieder zusammengeschraubt.

Mit einer Vision, viel Geld, noch mehr Manpower und ganz viel Herzblut baute ein Leipziger Gastronom das Flugzeug dann zu einer besonderen Event-Location aus. Auf einer Tragfläche wurde ein Café und in der Kabine ein exklusiver Raum für Lesungen, Seminare und zum Feiern eingerichtet.

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Doch während der Corona-Pandemie geriet die Iljuschin in Turbulenzen, gastronomische und andere Einrichtungen durften nur noch sporadisch öffnen. In der Zeit der Ungewissheit wurde das Projekt schließlich eingestellt.

Hier steht das Flugzeug nun vor allem als Dekoration.
Hier steht das Flugzeug nun vor allem als Dekoration.  © Lutz Brose

Zwischenzeitlich hatte die GRK Gruppe das Areal erworben. In einer Mitteilung vom 1. September 2022 heißt es dazu: "Die nahezu dreieckige Fläche befindet sich an der Arno-Nitzsche-Straße 43 und ist laut vorliegendem Bebauungsplan für gewerbliche Nutzungen vorgesehen. Über den Kaufpreis sowie den Verkäufer wurde Stillschweigen vereinbart."

Fragen nach der Zukunft des Areals, insbesondere nach der des Flugzeugs, blieben bislang unbeantwortet. Mittlerweile hat die Maschine mehr als nur Staub angesetzt.

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Auch im Stadtteil Plagwitz gibt es einen alten Flieger zu bestaunen.
Auch im Stadtteil Plagwitz gibt es einen alten Flieger zu bestaunen.  © Lutz Brose

Ein ähnliches Schicksal erfährt eine Iljuschin IL-18 auf dem Dach des Oldtimer-Museums am "Da Capo" in der Karl-Heine-Straße in Plagwitz.

Dieser Interflug-Oldie wurde freilich nur als Hingucker im Jahr 2000 auf das Gebäude gehievt. Doch auch bei dieser Maschine ist der Lack ab, sie verwittert zusehends und wurde mit Graffiti besudelt.

Für dieses Grundstück gibt es seit 2020 Pläne, dasselbe neu zu bebauen. Diese liegen offenbar auf Eis. Investitionen in die IL-18 sind deshalb nicht zu erwarten.

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Beide Flugzeuge wurden auf die Denkmalliste des Freistaates Sachsen gesetzt. Vor dem Schrottplatz würde das die Interflug-Oldies wohl aber nicht retten. So wurde eine Tupolew TU-134 mit gleichem Status 2013 auf dem Flughafen Leipzig-Halle verschrottet.

Eine IL-18 kann am Leipziger Flughafen besichtigt werden.
Eine IL-18 kann am Leipziger Flughafen besichtigt werden.  © Lutz Brose

Auch wenn es ganz dicke kommt, eine weitere IL-18 bleibt der Region erhalten. Der Flughafen in Schkeuditz hatte vor Jahren eine Iljuschin mit der Kennung DDR-STA umfassend restauriert und optisch in ihren historischen Zustand versetzt. Die Ilse, wie das Flugzeug bei Luftfahrtfans liebevoll bezeichnet wird, ist zu bestimmten Anlässen für Besucher auch zugänglich.

Titelfoto: Montage Lutz Brose

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