Leipziger Forscher zeigen: So verändern Preissteigerungen und Inflation unser Einkaufsverhalten
Leipzig - Die gestiegenen Lebensmittelpreise und die Inflation treffen alle. Forscherinnen der Universität Leipzig und des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) haben jetzt untersucht, wie sich das auf den nachhaltigen Konsum der Menschen auswirkt, und sind zu spannenden Ergebnissen bekommen.
Die Forschenden haben herausgefunden, dass Bio-Lebensmittel in Zeiten zunehmender Inflationssorgen als Luxusgut wahrgenommen werden. Dafür wurden eine Online-Befragung und Feldexperimente durchgeführt.
"Die Wahrnehmung, dass es gesellschaftlich akzeptiert ist, angesichts stark steigender Preise auf den Kauf der häufig teureren Bioprodukte zu verzichten, gewinnt an Bedeutung", so Wirtschaftswissenschaftlerin Prof. Dr. Lena Tonzer von der Universität Leipzig in einer Pressemitteilung.
Aus ähnlichen Studien weiß man, dass viele Menschen es vorziehen, teurere Güter wie Waschmaschinen oder Laptops zu kaufen, wenn sie erwarten, dass die Preise steigen.
Die neue Studie zeigt aber, dass nicht nur das generelle Konsumverhalten durch Inflationssorgen beeinflusst wird, sondern auch das nachhaltige Konsumverhalten.
"Ein plötzlicher Einbruch im Einkommen kann zum Beispiel zu einer Verringerung des nachhaltigen Konsums führen, da nachhaltige Produkte oft teurer sind als konventionelle Produkte", so Tonzer.
Gleichzeitig zeigte die Studie aber auch: Wer vorher ein hohes Umweltbewusstsein hatte, kauft auch in schwierigen Zeiten weiter Bio-Lebensmittel. Durch Bildungsarbeit in diesem Bereich könnte das nachhaltige Konsumverhalten gestärkt werden.
Titelfoto: Marcus Brandt/dpa
